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10 (1897) Geschichte der Juden von der dauernden Ansiedelung der Marranen in Holland (1618) bis zum Beginne der Mendelssohn'schen Zeit (1750)
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Uriel da Costa.

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habe und in der Liebe der Familienglieder zn einander aufgehe. DasBeste, was dem Judenthnme und den anderen auf Offenbarung be-ruhenden Religionen innewohne, sei eben der Natnrreligion entlehnt.Diese kenne nur Liebe und Eintracht, jene dagegen bewaffneten, umdes Glaubens Willen, Eltern und Kinder gegen einander. Diese Theoriewar die Eingebung seiner Erbitterung, weil seine Verwandten ihn ge-mieden und überhaupt wenig geschont haben. Da Costa scheint sichunter Naturreligion ungefähr das gedacht zn haben, was der Talmuddie noachidischen Gebote nennt*).

Trotz seiner vollständigen Zerfallenheit mit dem Judenthnm ent-schloß er sich doch, wie er selbst erzählt, auf Vermittelung seines Neffen,nachdem er fünfzehn Jahre im Banne zugebracht hatte (um 1618 bis1633), seine bisherige Lebensweise und seine früheren Schritte zn wider-rufen, Reue zu zeigen, ein Bekenntniß abzulegen oder vielmehr etwaszu unterschreiben, was er selbst als eine durchgängige Heuchelei be-zeichnete, um den Bann von sich genommen zn sehen. Er wollte sichum den Preis seiner Ueberzeugung Ruhe und Lebensbchaglichkeit er-kaufen. Allein seine leidenschaftliche Natur brachte ihn um beides. Erkonnte sich nicht Entsagung auflegen, um den Religionsgebräuchen desJudenthnms zn genügen, übertrat sie vielmehr gleich nach seinem reu-niüthigen Bekenntnisse heimlich. Er wurde von einem seiner Verwandtendabei betroffen, was diese, namentlich seinen Neffen, der die Ver-söhnung herbeigeführt hatte, so sehr erbitterte, daß sie ihn mehr nochals die ihm Fernstehenden verfolgten. Sie gaben abermals den Verkehrmit ihm ans, verhinderten die Hochzeit mit seiner Braut und sollen ihnauch an seinem Vermögen geschädigt haben. Außerdem beging erdurch seine leidenschaftliche Gehässigkeit gegen das Judenthnm, das erdoch mit den Lippen bekannt hatte, eine Thorheit, welche seine innereGesinnung hervorkehrte. Zwei geborene Christen, ein Italiener undein Spanier, waren von London nach Amsterdam gekommen, um sichdem Judenthnme anzuschließen. Als sie mit Uriel da Costa zu Rathdarüber gingen, machte er ihnen eine abschreckende Schilderung vonder jüdischen Religionsweise und warnte sie, sich ein schweres Jochans den Nacken zu legen, sondern lieber in ihrem Bekenntnisse zn ver-harren. Gegen ihr Versprechen verriethen die beiden Christen dieärgerlichen Aenßerungen da Costas über das Judenthnm den Ver-

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