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Geschichte der Jude».
In Deutschland und Polen brachten zwei Männer, halb Polenund halb Deutsche, die lnrjanische Kabbala zu hohem Ansehen: JesaiasHurwitz und Naphtali Frankfurter, wenn man nicht noch den leicht-gläubigen Salomo oder Schlomel aus Mähren hiuzurechnen will,der die albernsten Märchen von, der Wunderthätigkeit Isaak Lurja's,Vital's und ihres Kreises in Briefen nach Deutschland und Polen ver-breitete, die gierig ausgenommen und gelesen wurden'). Je saia Hurwitz(geb. um 1570, st. 1628^) aus einer alten Rabbinenfamilie, war eingelehrter Talmudist außergewöhnlichen Schlages, wurde daher vongroßen Gemeinden Frankfurt a. M., Prag, als Rabbiner augestelltund von anderen (Posen, Krakau) zu demselben Amte berufen. Erwar ein Mann von sittlichem Ernste, von gediegener und lautererFrömmigkeit, sah die Schäden seiner Zeit wohl ein, verkannte aberdie Mittel, welche zu deren Heilung augewendet werden mußten.Wie viele Andere der Kabbala Ergebene ließ auch er sich von ihrzur Auswanderung nach Jerusalem ziehen. Er glaubte dort die Ruhezu finden, welche in Deutschland während des dreißigjährigen Kriegesgeflohen war. Aber nur zu bald gewahrte Hurwitz seine Täuschung.Die vielen Kabbalisten in Jerusalem, welche die Umwandlung derWelt leicht wie ein Kinderspiel vollbringen zu können vermeinten,waren nicht im Stande, zwei kleine Tyrannen zu bändigen, Jbn-Faruch und Othman, welche zwei Jahre hintereinander die Gemeindebis auf's Blut aussaugten, die angesehensten Männer, Hurwitz nichtausgenommen, mißhandelten, einkerkerten, geißelten und zwischen Todund Leben schweben ließen (Anfang 1625 bis November 1626^). Stattder erwarteten messianischen Versammlung trat eine Zerstiebung derJerusalemer Gemeinde nach allen Seiten hinein. Hurwitz wurde nachdem wenig bevölkerten Liberias geworfen, und hier vollendete er (1628)ein umfangreiches Werk, welches geeignet ist, die Seele mit mystischenSchauern zu erfüllen (genannt Lobslall^). Er empfahl darin auf'sdringendste eine düstere, man könnte fast sagen, gespenstische Frömmig-keit und stempelte das Leben mit seinen berechtigten Regungen alssündhaft und nichtig. Hurwitz hat zwar dieses umfangreiche Werkangeblich nur für seine Söhne und Familienglieder bestimmt, aberdiese mochten es der Welt nicht vorenthalten und verbreiteten es durch
Diese Sendschreiben besaß Delmedigo ai a. O. Joseph Nördlingen inpvm und Naphtali Frankfurter in Vorwort.
-) Seine Biographie bei Landshut ^.rnucls ^.boäa S. 133 und LiebenEpitaphien des Prager Friedhofes ip 8-, deutsch x. 31 fg. Vgl. Zunz, Lit.-Gesch. der spnagogalen Poesie, S. 428.
b) Darüber das Sendschreiben aus Jerusalem nw-n, gedruckt
Venedig 1627. S. o. S. 73 Anmerk.
.-V7r', Abkürzung sür nun'? gedruckt Amsterdam 1649.