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10 (1897) Geschichte der Juden von der dauernden Ansiedelung der Marranen in Holland (1618) bis zum Beginne der Mendelssohn'schen Zeit (1750)
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Tie Kabbalisten.

1l7 .

leihen wußte. Alonso oder Abraham de Herrera (st. 1639), einAbkömmling des spanischen Grvßcapitains und Vicekönigs von Neapel(B. Hg 480) hatte sich von Saruk >) in die Untiefen der Kabbala ein-führen lassen. Da er den größten Theil seines Lebens als Christgelebt hatte, so war er mit der außerjüdischen philosophischen Lite-ratur mehr vertraut als mit der jüdischen; daher war er leicht zutäuschen, Schlacken für Gold zu halten. Er fühlte zwar heraus, daßdie lurjanische Kabbala Anklänge an die neuplatonische Philosophieverrathe, aber das störte de Herrera wenig, oder vielmehr es bestätigteihm den kabbalistischen Lehrinhalt, und er versuchte eins durch dasandere zu erläutern. Freilich vermochte de Herrera nur für die erstenAusgangspunkte der Kabbala Belege aus der neuplatouischen Philo-sophie herbeizuziehen, den Verlauf aber, die fünf Gestaltungen desGöttlichen (Prosopen), die Entwickelung der albernen Theorie vonVerzweigung der Sefirot mit dem Weltenbau, konnte er nicht unter-briugeu. Der Faden der Vergleichung und des verständigen Denkensriß ihm ab, und auch er begann hohle Worte ohne Sinn und Be-deutung zu schwätzen. Abraham de Herrera, der, wie gesagt, erst imreifen Alter Jude geworden war, konnte das Hebräische nicht mehrerlernen, und ließ daher seine zwei kabbalistischen Schriften, dasGotteshaus" und dieHimmelspforte" von dem AmsterdamerPrediger Isaak Aboab (o. S. 10) aus dem Spanischen ins Hebräischeübersetzen. Er bestimmte auch letztwillig eine bedeutende Summeseines Vermögens zur Veröffentlichung derselben durch den Druck ^).Der Verfasser und der Uebersetzer glaubten, wer weiß, welchengroßen Dienst damit dem Judenthume geleistet zu haben! Sie habenaber gerade durch den äußerlichen Schimmer, den diese Schriften derKabbala verliehen hatten, die durchschnittlich oberflächlichen Köpfeder Portugiesischen Juden geblendet, welche trotz ihrer Kunde von derklassischen Literatur und der europäischen Cultur sich dem Wahnglaubender Kabbala Hingaben. Manasse B. Israel und alle seine älterenund jüngeren Zeitgenossen in Holland huldigten alle der Mystik undzweifelten nicht an deren Wahrheit und Göttlichkeit.

ff Abraham de Herrera bemerkt öfter (z. B. fol. Sich S9o) in seinerLorts, Oosll lumr" "> '012 da nun derselbe, wie es scheint, direkt

von Cadix »ach Holland kam, so kann er auch das. von ihm gehört haben.Außerdem nennt de Barrios öfter Jshac Saruco und Haym Saruco inAmsterdam als Nachkommen des axlanckicko Oabalists, Israsl Laruco-Ueber Herrera (falsch Zrira) s. B. IX g S. 480.

S. Aboabs Einleitung zu mllioo ixio ?arta Oosli gedruckt mit ommol» Amsterdam I65S.