und er dürfe von jetzt an sprechen, daß sich einige im Leibeslebenwandelnde Seelen ihm anschließen würden — allerdings ihm unter-geordnet — um die Erlösung herbeiznführen. Eine von diesen Seelensei aus dem Auslande dazu berufen. Es war ein Lockmittel, kabba-listische Schwärmer an sich heranzuziehen und sich einen Anhang zuverschaffen. Und in der That eilten Schwärmer aus Italien, Deutsch-land, Polen und anderen Ländern in Vitals Nähe, um eine messia-nische Rolle zu übernehmen*). Noch mehr Schwindel erregten die vonLnrja hinterlaffenen schriftlichen Aufzeichnungen. Vital behauptete imAlleinbesitze derselben zu sein, und er setzte einen Bannspruch vomCollegium in Safet durch, daß Niemand befugt sei, über die lnrja-nische Kabbala auswärts Mittheilungen zu machen. Um so erpichterwaren die Kabbalisten, in den Besitz derselben als eines unvergleichlichenSchatzes zu gelangen. Chajim Vitals Bruder, Mose Vital, benutztediesen Eifer, um ein gutes Geldgeschäft zu machen. Während einerKrankheit seines Bruders ließ Mose die bei jenem gefundenen Schriftencopiren und verkaufte sie an Liebhaber um einen hohen Preis. Nachseiner Genesung behauptete Chajim Vital die ihm entwendeten Schriftenseien gar nicht die rechten, diese werde er nie veröffentlichen. Er sollletztwillig verfügt haben, sie ihm mit in's Grab zu legen. Nichts destoweniger veräußerte sein Sohn, Samuel Vital, nach des Vaters Todelurjanisch-kabbalistische Offenbarungen und verbreitete dessen Träume undVisionen in einer eigenen Schrift"). Ein ans Portugal eingewandcrterMarrane, der Arzt Jakob Zemach, der sich auf die Kabbala ver-legt hatte, will die beste Sammlung in Vitals Grab gefunden Habens.
Seit dieser Zeit wurde auf die lurjanische Kabbala förmlich Jagdgemacht. Wer im Besitze von lurjanischen oder Vital'schc» Copien warund sie zum Verkaufe oder Druck anbot, fand bereitwillige Abnehmer.Sendboten waren beflissen, diesem Schwindel die größte Verbreitungin den Gemeinden zu geben. Israel Sarnk (oder Sarng), einDeutscher, einer der Jünger Lurja's, führte die lurjanische Kabbala inItalien ein, erwarb ihr dort zahlreiche Anhänger und sich viel Geld.Sein marktschreierisches Wesen von der Wunderthuerei seines Meisterserregte nur bei sehr Wenigen Anstoß^). Von Italien scheint er sichnach Holland begeben zu haben und erwarb dort einen Jünger, welcherdem kabbalistischem'Wahnwitze einen philosophischen Anstrich zu ver-
1) Schlomels Brief in Del Medigo's -^'2 p. 38a, 46 a; Leon ModenaL7N P.,65.
2) Nämlich das ri-nurm "o oder «naw Asulai s. v. No. 31.
°) Schlomels Brief das. Asnlai s. v. imum und 02 -
Leon Modena das. x. 66.