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Geschichte der Juden.
jüdischen Gemeinden, gleichviel ob in einem polnischen Städtchen oderin dem gebildeten Amsterdam, der Chacham Isaak Abaob de Fonseca ingleichem Grade, wie der nach Palästina ausgewanderte Jsaia Hurwitz,waren von der Kabbala berückt. Sie, welche seit dem vierzehntenJahrhundert, gleichzeitig mit der Aechtung der Wissenschaft die Herr-schaft über die Gemüther antrat, hatte seit Isaak Lurja's Tod(IXg S. 419) solche Riesenfortschritte gemacht, oder vielmehr solcheriesige Verheerungen angerichtet, daß keine Mittel sie hemmen konnten.Der lurjanische Schwindel von Seelenursprung, Seelenwanderung, Seelen-anschluß, Erlösungswerk und Wunderthäterei zog nach seinem Todeimmer mehr Anhänger in seinen Bannkreis, trat mit Siegeszuversichtauf, benebelte die Köpfe und verhärtete die Gemüther. Lurja's
Jünger, dieJungen des Löwen*), wie sie sich geschmacklos nannten,gingen förmlich auf Bekehrung aus, verbreiteten die abgeschmacktestenMärchen von seinen Wunderthaten und gaben zu verstehen, daß seinGeist auf sie übergegangen sei und hüllten sich in geheimnißvollesDunkel, um desto größeren Zulauf zu haben. Am meisten hatte sichChajim Vital Calabrese hervorgethan und mit seinen Gaukeleiendie leichtgläubige Welt in Palästina und den Nachbarländern fast
vierzig Jahre (1572 —1620) lang bis an seinen Tod beschwindelt.Er gab zu verstehen, daß er mindestens der ephraimitische Messias sei,und maßte sich daher eine Art Herrschaft über seine Mitjünger an.
In Jerusalem, wo er sich mehrere Jahre aufgehalten hatte, predigte
Vital, hatte Träume und Träumereien, fand aber nicht die gehoffteAnerkennung. Nur Weiber wollten über seinem Haupte bei seinenPredigten eine Feuersänle oder den Propheten Elias schwebend gesehenhaben"). In Kairo, wohin er öfter Abstecher machte, wurde er auchnicht nach Wunsch gewürdigt; er rächte sich daher an den egyptischenJuden durch gehässige Schilderungen ihrer Sitten. Sie wärensämmtlich unwissend und rechtsverdrehend, und die jüdischen Ehefrauentrieben während der Abwesenheit ihrer Männer Unzucht mit ihrenSklaven 2). Zwar sprach nicht Vital selbst diese Anschwärzungen ans,sondern ein besessenes Mädchen. Aber die Besessenen waren von jeherMundstücke des Beschwörers oder des Erzählers. Von Egypten answurde Vital der Erbschleicherei beschuldigt ^). Die Ironie eines Pascha
ff 6nrs Xri, '"->!< — pn'-' -iwL'u.
ff Vitals Selbstbiographie :mn-!n iso, s. darüber B. IX. Note 9 . Diebeiden Ausgaben sind so verwahrlost gedruckt, daß sich keine Seitenzahl fürdie Citate angeben läßt. ff Das.
ff Israel Nagara 0-1-2: in der Abtheilung iniL-- >2-22 20-12 -2,ckol. 154 d.