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10 (1897) Geschichte der Juden von der dauernden Ansiedelung der Marranen in Holland (1618) bis zum Beginne der Mendelssohn'schen Zeit (1750)
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Manasse's Bittschrift an Cromwell.

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Stellung gebracht hatten. Indessen war Vieles, was er als Beispieleanführte, in der Nähe betrachtet, nicht so glänzend, mit Ausnahmeder geachteten und gesicherten Stellung, welche die Juden in Hollandeinnahmen. Dann suchte er durch Beispiele zu belegen, welche Treueund Hingebung die Juden in alter und neuer Zeit gegen ihre Be-schützer bewiesen haben. Er widerlegte eingehend das Vorurtheil, alswenn die Juden wegen ihres verrätherischen und treulosen Verhaltensaus Spanien und Portugal verbannt worden wären. Es war ihmleicht, aus christlichen Schriftstellern zu beweisen, daß diese Verbannungund die grausame Behandlung der Juden in Portugal zugleich einVerbrechen und eine Thorheit waren, welche weise Fürsten auf'sstrengste gebrandmarkt haben. Gelegentlich nahm er seine Religions-genossen auch gegen drei andere Anschuldigungen in Schutz: wegenWuchers, Kindermordes und Verführung zum Judenthum. Um denSchandfleck des Wuchers rein zu waschen, bediente er sich der Recht-fertigung, welche ein zeitgenössischer jüdisch-italienischer Schriftsteller,Simone Luzzatto, gebraucht hatte, daß der Wucher nicht an sich,sondern nur das Uebermaß desselben verwerflich sei. Von besonderemGewichte aber ist die Thatsache, die er aufstellte, daß die portugie-sischen Juden, für die er eben eintrat, den Wucher ebenso wie vieleChristen verabscheuten, und daß sie ihre großen Kapitalien nicht davonerworben hätten. Die Beschuldigung des Christenkindermordes konnteManasse mit mehr Entrüstung zurückweisen. Die Christen machtenes beinahe wie die Neger Guinea's und Brasiliens, meinte er, welchedie von einem Schiffbruch kaum Geretteten und überhaupt vom Miß-geschick Heimgesuchten besonders quälen, weil sie annehmen, daß solchevon Gott verflucht seien.Wir leben freilich nicht unter Schwarzenund Barbaren, sondern unter weißen und gesitteten Völkern, findenaber doch häufig, daß die Menschen nur allzugeneigt sind, denjenigenzu hassen und zu verachten, welcher das Unglück hat, dagegen denhochznstellen, welcher vom Glück begünstigt wird." Manasse erinnertedie Christen daran, daß es eine Zeit gegeben, in der auch sie vonden Heiden als Kindesmörder, Zauberer und Beschwörer angeklagtund von heidnischen Kaisern und Beamten bestraft wurden. Er konnteauf ein Beispiel aus seiner Zeit Hinweisen, wie die Unschuld einesvielfach wegen Christenmordes gemarterten Juden, Isaak Jesurunin Ragusa, an den Tag gekommen war und die Richter mit Reueerfüllt hatte Z. Die Beschuldigung der Verleitung von Christen zum

u Das Martyrium Isaak Jesuruns ist ausführlich erzählt von einemZeitgenossen: Aaron Kohen Ragusano, in pi:L., 7 ,^»^ verbunden mityn' 2 -u>-, gedruckt zuerst Venedig 1657.