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10 (1897) Geschichte der Juden von der dauernden Ansiedelung der Marranen in Holland (1618) bis zum Beginne der Mendelssohn'schen Zeit (1750)
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104 Geschichte der Juden.

Judenthum wies Manasse, als der Wahrheit zuwiderlaufend, ebenfallszurück und berief sich auf die Vorschrift des jüdischen Gesetzes, Prose-lyten eher abzumahnen, als anzuziehen.

Da ich nun glaube, daß ich mit gutem Gewissen unsere Nationvon diesen drei Verleumdungen gerechtfertigt habe, so darf ich aufGrund der zwei Eigenschaften, den Nutzen und die Treue, schließen,daß eine solche Nation Wohl ausgenommen, geliebt und allgemeingeschätzt werden müßte, zumal sie in der heiligen Schrift Söhne Gottesgenannt werden,wer euch antastet, tastet den Augapfel Gottes an."lieber den dritten Punkt, den Adel der Juden, brauche ich michnicht auszulassen, da er unter den Christen hinlänglich bekannt undjüngst von dem christlichen Prediger Heinrich Jesse und dem Edel-manne Edward Nikolas hervorgehoben wurde. Ich schließe dahermit den Worten des Königs Salomo: Eines andern Mannes Mundmöge dich loben und nicht dein eigener."

Cromwell war entschieden für die Aufnahme der Juden geneigt.Er mag nebenher den Vortheil im Auge gehabt haben, daß der aus-gebreitete Handel und die Kapitalien der spanischen und portugiesischenJuden, sowohl der offenen als der verkappten, England zugeführtwerden könnten, das damals noch nicht mit Holland concurriren konnte.Auch war er von dem großen Gedanken unbedingter Toleranz allerReligionsbekenntnisse beseelt und dachte damals daran, sogar den ammeisten verhaßten, gefürchteten und daher verfolgten Katholiken Reli-gionsfreiheit zu gewähren'). Darum kam er dem Wunsche der Judenentgegen, ihnen ein Asyl in England zu eröffnen. Am meisten wirktebei ihm aber das religiöse Gefühl, die Juden durch freundliche Be-handlung für's Christenthum zu gewinnen. Er glaubte, das Christen-thum, wie es in England von den Independenten gepredigt wurde,ohne Götzendienst und Aberglauben, müßte die bisher vom Christenthumabgeschreckten Juden doch endlich dafür einnehmendst

Cromwell und Manasse begegneten einander in einem messianisch-schwärmerischen Hintergedanken. Der kabbalistische Rabbiner glaubte,in Folge der Ansiedelung der Juden auf der brittischen Insel werde

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°) Dieses Motiv ist besonders hervorgehoben in dein Passus bei äs Darrs^,Risboirs ä'^NAlstsris sto. IV x. 341, spielt auch in dem Hauptbericht überdie Verhandlung eine wichtige Rolle. In dem Schreiben des Major - General^balts^ an den Staatssekretär Mnirlos, in des Letzteren Oollsebion otLbatss - ?apsrs IV, p. 308 wird neben dem Handelsvortheil die BekehrungI>er Juden hervorgehoben.