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10 (1897) Geschichte der Juden von der dauernden Ansiedelung der Marranen in Holland (1618) bis zum Beginne der Mendelssohn'schen Zeit (1750)
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Geschichte der Juden.

Charakters beliebt. Der Rabbiner Saul Morteira hielt eine beklem-mende Gedächtnißrede auf seinen Tod. Die Dichter beweinten undverherrlichten ihn in hebräischen und spanischen Verseng.

Unter diesem Eindruck der Nachrichten von den neuen Greuelthatender Inquisition gegen die Inden schrieb Manasse B. Israel seineHoffnung Israels". Man fühlt beim Lesen noch den Schmerz nach-zittern. In der That, wenn Märtyrer die Wahrheit und Haltbarkeitder Sache, für die sie geblutet haben, beweisen könnten, so brauchtedas Judenthum keinen weiteren Beweis. Denn kein Volk und keineReligion der Erde hat deren so viele und so standhafte geliefert.Manasse bediente sich dieses Beweises, um die Schlußfolgerung darauszu ziehen, daß wie die gehäuften Leiden sich auch die so fest verheißeneErlösung und Wiedergeburt des Gottesvolkes erfüllen werde. DieseAbhandlung über das Vorhandensein der Zehnstämme und die darangeknüpfte Hoffnung überreichte er in lateinischer Sprache^) einerhochgestellten und gelehrten Persönlichkeit in England, um sie dem unterCromwells Einfluß stehenden Parlamente und dem Staatsrathe vorzu-legen. In einem Begleitschreiben setzte Manasse dem Parlamente seineLieblingsschrulle auseinander, daß der Rückkehr der Juden ins Stamm-land wozu die Zeit doch so nah sei ihre allgemeine Zerstreuungvorangehen müsse. Die Zerstreuung soll nach den Worten der Schriftvon einem Ende der Erde bis zum andern stattfinden, darunter seidie Insel England zu verstehen, welche im äußersten Norden derbewohnten Welt liege. Da aber seit mehr denn 300 Jahren keineJuden in England wohnen, so knüpft er daran die Bitte, der Staats-rath und das Parlament mögen den Juden die Erlaubniß ertheilen,nach England überzusiedeln, dort freie Religionsübung halten undSynagogen bauen zu dürfen (1650 ^). Aus seinen messianischenHoffnungen machte Manasse keinen Hehl, weil er darauf rechnete undrechnen durfte, daß dieHeiligen" oder die Puritaner selbst das

*) Nämlich Oliveyra hebräisch und Jona Abrabanel spanisch; vondessen Versen hat Cardoso 6 erhalten.

") Gewöhnlich wird angenommen, Manasse's blspsranhs, sei aus demSpanischen ins Lateinische übersetzt worden. Aber der Widmungsprolog sagtgerade das Gegentheil: daß er diese Abhandlung zuerst für einen Engländervon Rang Lateinisch ausgearbeitet habe; mas sorno äs nusvo psrsonaäs Arau oalläaä lstras äs IvAlatsrrs, ros obliMss, a gns sodrs sllossorivisss mas larM, lliss sn IsnAna labina ssts trabaäs. Da er inRettung Israels" (erste deutsche Mendelsohn'sche Edition S. 7) selbst an-giebt, er habe die lüsxsranya dem Parlamente und Staatsrathe zugeschrieben,so scheint es durch diese xsrsona. äs Zran oaliäaä ^ lstras geschehen zu sein.

o) Manasse, Rettung Israels, e. 7.