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10 (1897) Geschichte der Juden von der dauernden Ansiedelung der Marranen in Holland (1618) bis zum Beginne der Mendelssohn'schen Zeit (1750)
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Die Märtyrer der Inquisition.

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Spanien in Madrid ein großes Menschenopferfest im Beisein desHofes und der Gesandten feiern. In dem Hause eines alten Ehepaares,Miguel Ro drignez und Isabel Alvarez, waren Marranen heimlichzu einem Gebete zusammengekommen. Berrathen, wurden 53 von derInquisition verurtheilt, sieben zum Tode auf dem Scheiterhaufen unddie übrigen meistens zu ewiger Kerkernacht. Um diese Grausamkeitvon Allen gebilligt zu sehen, wurde verbreitet, die verfluchten Indenhätten ein Jesusbild mißhandelt. Das Haus, welches als Synagogegedient haben soll, wurde geschleift und an seiner Stelle ein Klostergebaut noch eines mehr zu den hundert Klöstern der Hauptstadt.Unter den lebendig Verbrannten waren mehrere schwache Frauen undunter den Eingekerkerten ein kaum zwölfjähriges Mädchens. ManasseB. Israel übergeht das Auto da Fs in Valladolid vom 22. Juni1636, wo unter 28 Verdammten zehn Jndaisirende waren ^). EinigeJahre später (23. Januar 1639) wurden in Lima, Hauptstadt vonPeru (erzählt er aus seiner Zeit), 72 zum Auto da Fs verurtheilt,darunter 63 Juden und drei, weil sie den Verkehr der Gefangenenunter einander erleichtert hatten. 17 Marranen wurden als Unbuß-sertige dem weltlichen Arm überliefert, d. h. lebendig verbrannt,darunter ein Marrane, dessen Bekenntniß und Märtyrerthum ein ge-wisses Aufsehen gemacht hatten. Francisco Maldonad da Silva,ein Arzt in Lima, hatte den Muth, sich nicht bloß öffentlich zum Juden-thum zu bekennen, sondern es auch zu predigen; er lebte wie einNaziräer, ohne Wein und Fleischgenuß und nannte sich Eli Nazareno.Freilich hat das Jnquisitionstribnnal einen solchen Frevel nicht unge-ahndet hingehen lassen; cs sperrte ihn zuerst ein, ließ ihn vierzehnJahre im Kerker sitzen und veranstaltete von Zeit zu Zeit Bekehrungs-Disputationen mit ihm. Die unwissenden peruanischen Geistlichenwaren natürlich der Schriftgelehrsamkeit Eli's nicht gewachsen, und soblieb nichts übrig, als ihn durch den Qualm des Scheiterhaufens

ff Manasse blsxsi-auqs, äs Israsl p. 100; Llorsnte, Histoirs äs 1'Iuqui-sitiou su Lsxagus III x. 465 sg. Es existirt eine Schrift darüber: ^.uto äa.1?s oslsbraäo su ibla-äriä 1632; s. Kayserling, Sephardim S. 346, Note 249.Manasse erwähnt nicht ein acht Jahre früher in Coimbra vorgekommenes Autoda, das eine gewisse Wichtigkeit hatte, das Martyrium des Professors undDiakonus Antonio Homem, desl'rs.sosxtoriulslix, der eine Art Verbindungder Marranen unter einander, Ilsrruauäaä äs 8t. ^utouio, zu Stande ge-bracht zu haben scheint. Diese Verbindung wurde entdeckt und eine Art Syna-goge aufgefundcn, in welcher der Diakonus als Chasan und Prediger sungirte.Er wurde verhaftet (1619) und verbrannt 5. Mai 1624. S. darüber 0 2^.n-tiquario Ooirubriosnss Sept. Act. blo. 3, 4.

9 Llorente das. p. 406.