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Geschichte der Juden.
1.4
Söhne Israels sei der wahre Gott, und diese werden am Ende derZeiten Herren aller Länder werden.
Diese überraschende Neuigkeit hatte Antonio de Montezinos oderals Jude Aaron Levi nach Amsterdam gebracht und sie unter Be-theuernng der Wahrheit vielen Personen und auch Manasse B. Israelerzählt (um 1644). Später war er nach Brasilien gewandert unddort gestorben. Auf dem Todtenbette hatte er die Nachrichten von demVorhandensein einiger israelitischer Stämme in Amerika wiederholent-lich betheuert Z. Manasse B. Israel war von der Aussage desselbenfest überzeugt und legte sie einer Schrift: „die Hoffnung Israels",zu Grunde, welche er eigens verfaßte, um die messianische Zeit anzu-bahnen. Die Zehnstämme waren nach seiner Annahme bis nach derTatarei und China zerstreut worden, und von da könnten einigeGruppen nach dem amerikanischen Festlande gekommen sein. EinigeAnzeichen und gewisse, unter den Indianern angctroffene, den jüdischenähnliche Sitten und Bräuche schienen ihm dafür zu sprechen. Dieprophetische Verkündigung von der Unvertilgbarkeit des israelitischenVolkes hätte sich demnach bewährt, und noch mehr: auch unter denStämmen in den Cordilleren soll sich unbewußt ein dunkles Gefühl,daß die Zeit der Erfüllung nahe sei, geregt haben; sie-wären bereit,aus ihrem Versteck herauszutreten und sich mit den andern zu vereinigen.Die Zeit der Erlösung, die man zwar nicht im voraus berechnen könneund in deren Berechnung so viele geirrt haben — diese Zeit schien sichdoch endlich zu nähern. Mehrere Vorzeichen sprächen dafür. Habensich doch die Strafandrohungen der Propheten für Israel in so schreck-licher Weise erfüllt, warum sollten sich nicht auch ihre, Hoffnung er-weckenden Verheißungen bewähren. „Welche unsägliche Grausamkeitverhängte und verhängt noch täglich das Ungeheuer der Inquisition überarme Unschuldige des jüdischen Stammes, Große und Kinder jedesAlters und Geschlechts? Aus welchem Grunde? Weil sie vom GesetzeMose's nicht lassen können, das unter so vielen Wundern offenbartwurde. Dafür sind unzählige Menschen umgekommen in allen Orten,wo sich das tyrannische Reich der Inquisition verbreitet. Und täglichbewähren noch Märtyrer eine unglaubliche Standhaftigkeit, sie lassen sichlebendig verbrennen, um den Namen Gottes zu heiligen."
Manasse zählte darauf die Autos da Fs gegen Marranen undandere das Judenthnm bekennende Märtyrer auf, welche zu seinerZeit vorgekommen sind. Im Jahre 1632 ließ Philipp IV. von
8 Manasse Ben-Israel Usxsraix^a äs Israsl (Amsterdam 1656) Einleitungund p. 41 f.