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10 (1897) Geschichte der Juden von der dauernden Ansiedelung der Marranen in Holland (1618) bis zum Beginne der Mendelssohn'schen Zeit (1750)
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Fabeln von den Zehn-Stämmen.

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erfüllt, wenn die Zehnstämme untergegangen sein sollten. Manasselag also unendlich viel daran, das Vorhandensein derselben irgendwoNachweisen zu können.

Glücklicherweise war Manasse B. Israel in den Stand gesetzt, denFundort einiger der Zehnstämme anzngeben. Einige Jahre vorherhatte ein jüdischer Reisender, Montezinos, mit einem feierlichenEide versichert, in einer Gegend Südamerikas eingeborne Juden vomStamme Rsuben gesehen und mit ihnen verkehrt zu haben. Die Um-stände, mit denen er es erzählte, spannten die Neugierde und machtendie Zeitgenossen zum Glauben geneigt. Antonio de Montezinoswar ein Marrane, welchen Geschäfte oder Reiselust nach Amerikageführt hatten. Dort war er auf einen Mestizen-Jndianer gestoßen,welcher in ihm eine Ahnung erweckte, daß in Amerika Stammesgenossenlebten, welche von den Indianern ebenso verfolgt und unterdrücktworden wären, wie diese von den Spaniern. Ehe er noch dieseSpuren verfolgen konnte, wurde Montezinos in Cartagena von derauch in Amerika wüthenden Inquisition wegen Anhänglichkeit an dasJudenthum in den Kerker geworfen. Später befreit, lag es ihm amHerzen, sich Gewißheit darüber zu verschaffen. Er suchte den Mestizen-Jndianer Francisco del Castillo auf, fand ihn zum Glücke und bewogihn, nachdem er sich als Abkömmling von Abraham und Israel zu er-kenne» gegeben hatte, ihm mehr über die verborgen wohnenden unter-drückten Stämme mitzutheilen. Darauf führte ihn der Indianer nachmehreren Tagemärschen an das Ufer eines Flusses, auf welchem einNachen mit drei Männern und einer Frau sich ihnen näherte.Montezinos gab sich durch das inhaltsvolle Glaubensbekenntniß:HöreIsrael, Gott ist einzig" als Juden zu erkennen, und sofort theiltendie Personen im Nachen ihm durch Zeichen und durch Verdolmetschungdes spanischen Indianers mit: daß sie vom Stamme Rsuben herkämen,ferner daß auf einer Insel zwei Stämme Joseph wohnten, daß dieZeit nahe sei, in der sie aus ihren Schlupfwinkeln heraustreten werden,und noch anderes. Nach und nach seien ungefähr 300 sogenannteisraelitische Indianer auf Nachen zu Montezinos gekommen und hättenimmer dasselbe durch Worte und Zeichen ausgesagt. Das, was ervon ihnen habe heransbringen können, habe er von dem Mestizen undauch von andern Genossen erfahren: daß israelitische Stämme zuerstin diese Gegend und erst später Indianer mit ihren Kaziken und Mohanen(Zauberern) gekommen wären. Diese hätten die bethörte Menge über-redet gegen die Israeliten zu Felde zu ziehen und sie zu mißhandeln.Der Feldzug sei aber zuletzt unglücklich ausgefallen, und die Mohanenselbst wären dadurch znm Geständniß gebracht worden, der Gott der