Nikolas' Schutzschrift für die Juden.
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Mit pockendem Herzen folgte Manasse b. Israel diesen Vorgängenauf der britischen Insel, welche die baldige Verherrlichung Israels innebelhafter Nähe verhießen. Sollten diese Stimmen nicht die Nähedes Messiasreiches verkünden? Er hoffte es und entwickelte eine fieber-hafte Thätigkeit, um diese Zeit herbeiführen zu helfen. Er hegtedabei einen eigenthümlich schwärmerischen Gedankengang. Der Messiaskönne nicht eher erscheinen, ehe sich nicht die Strafe für Israel voll-zogen habe: daß es von einem Ende der Erde bis zum andern zerstreutsein werde. Nun lebten damals keine Juden in England. Es müßtedaher daran gearbeitet werden, den Juden die Erlaubniß zum Wohnenin England zu erwirken, damit bei der Ankunft des Messias diesesHinderniß beseitigt sei. Er setzte sich daher nnt einigen angesehenenPersonen in Verbindung, welche ihm versicherten, daß „die Gemütherder Menschen in jener Zeit den Juden günstig wären und daß sieden Engländern angenehm und willkommen sein würden". Was ihnbesonders zu freudigem Hoffen berechtigte, war eine Schutzschrift unterdem Namen eines einflußreichen Christen, Edward Nikolas, ehe-maligen Sekretärs im Parlamente:*) „Für die edle Nation derJuden und die Söhne Israels"2). In dieser Schrift, welcheder Verfasser dem langen Parlamente gewidmet hat, werden die Judendurchweg als das auserwählte Volk Gottes mit einer Zärtlichkeitbehandelt, woran sie bis dahin gar nicht gewöhnt waren. Er hieltes daher zum Schluß für nöthig zu betheuern, daß er sie nicht aufBetrieb der Juden, sondern aus Liebe zu Gott und seinem Vater-lande geschrieben habe. Die Meinung des Apologeten war: Die ge-häuften Leiden, über England durch den Religious- und Bürgerkrieghereingebrochen, seien eine gerechte Strafe dafür, daß die Engländer
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*) Vgl. jedoch Rsvns äss D. j, VI, S. 98, Anm. 2.
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Mobolas, erschienen London 1648. 8". Basnage, Wolf und de Nossi halten siefür die pseudonyme Schrift eines portugiesischen Juden. Allein Holmeshat sie für echt gehalten und schrieb darüber an Manasse Ben-Israel ä. ck.24. Dso. 1649. Dslsotari viäsris D. üioolui apoloAia: spisro nsZlorisr, ts xiura visnrnrn rnso äs inills annis xroäsnnts trs.ots.tu(bei Felgenhauer bonnrn nnnoinin Israsli Ende). Wäre sie unecht gewesen,so hätten es Manasse und Holmes herausgerochen. — Ob aber der Vers, derselbenjener ssgnirs Härvsrä Hiolrolas, ssorstsrz- ol tbs parliarnsnt altsrI'alklanä (1642) war, ist nicht gewiß. Möglich, daß der Vers, diesen Namenbenutzt hat. Es existirt von dieser Apologie eine spanische Uebersetzung, wiede Castro (I, 56ö) berichtet. Die Seminarbibliothek besitzt ein solches hand-schriftliches Exemplar als ooä. 94, das auch auf dem Titel hat: London 1648, wiedas Original. Ob Manasse Ben-Israel es ins Spanische übersetzt hat, ist nichtrwiesen.