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10 (1897) Geschichte der Juden von der dauernden Ansiedelung der Marranen in Holland (1618) bis zum Beginne der Mendelssohn'schen Zeit (1750)
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Manasse Ben-Israels christliche Freunde.

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nicht losgeworden waren. Zunächst waren es solche wißbegierigeForscher, welche von der herrschenden Kirche verfolgt oder verketzertwurden, die sich an Manasse anschlossen. Die gelehrte Familie Vossius,selbst Johannes Gerhard Vossius (der Aeltere), obwohl miteiner reichen Dosis Judenhaß versehen, war gegen ihn zuvorkommend.Sein Sohn, Dionysius Vossius, ein Wunder der Gelehrsamkeit,obwohl im achtzehnten Jahre vom Tode ereilt, übersetzte in seinemTodesjahre Manasse'sVersöhner" (Oonoiliaäor) kurz nach demErscheinen desselben in's Lateinische. Isaak Vossius, der jüngsteSohn, welcher bei der Königin von Schweden ein Ehrenamt bekleidete,empfahl ihr Manasse Ben-Israel. Durch diese Familie wurde er auchmit dem gelehrten Staatsmanns Hugo Grotius bekannt, der ebenfallsvon ihm lernte. Das Haupt der Arminianer, Simon Episcopius,suchte Manasse's Umgang auf und noch mehr Caspar Barläus, derals Socinianer, d. h. als Leugner der Dreieinigkeit, von orthodoxenChristen gemieden war. Er schmiegte sich eng an Manasse an undverherrlichte ihn in lateinischen Versen, wofür er nur noch mehr an-gefeindet wurde, weil er das jüdische Glaubensbekenntniß dem christlichengleichgestellt hatte. Auch der gelehrte Jesuite Petrus Daniel Huet PflogFreundschaft mit ihm; aber dieser Fanatiker liebte das Excentrische,haßte das Licht vernünftigen Denkens und glaubte an Manasse Ben-Israel einen Gleichgesinnten gefunden zu haben. Nach und nach er-langte der Chacham und Prediger von Amsterdam unter den Christeneinen solchen Ruf, daß jeder durch Amsterdam reisende Gelehrte ihnals eine außerordentliche Persönlichkeit aufsuchte. Auswärtige wech-selten Briefe mit ihm und ließen sich von ihm über dunkle PunkteAuskunft ertheilen. Als die Frage angeregt wurde, ob das Zeugnißdes Geschichtsschreibers Josephus von Jesus echt oder untergeschoben sei,wurde er von dem gelehrten Deutschen Christophor Arnold inLeyden um seine Meinung darüber angefragt. Manasse äußertesich aber ausweichend, weil er sich's überhaupt zum Grundsätze gemachthatte, über Alles, was das Christenthnm betraf, ein kluges Schweigenzu beobachten Z. Mit der Königin Christine von Schweden hatteManasse eine Unterredung, worin er ihr Wohlwollen für die Judenund ihre Gunst für die jüdische Literatur anregte ^). So hoch stelltenmanche Christen Manasse Ben-Israel, daß sie den Wunsch nicht unter-st Ollristoxllorus L.rnolä äs tsstirnonio I'ls. llossplli sivs 30spüstolas, auch in Havercamps Edition des Josephus N. II. Ho. 12 ist vonManasse Ben-Israel französisch, datirt 7. Oso. 1650.

st ^rllsnllols, nrörnoirss oovosruant Obristiirs I x>. 303 fg.

Graetz, Geschichte der Juden. X. 6