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10 (1897) Geschichte der Juden von der dauernden Ansiedelung der Marranen in Holland (1618) bis zum Beginne der Mendelssohn'schen Zeit (1750)
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Geschichte der Juden.

Orakel der holländischen und überhaupt der protestantischen Theologen, ^

hatte neben der hebräischen Sprache auch der sogenannten rabbinischen )

Literatur das Bürgerrecht verschafft und selbst den Talmud mit einer ,

gewissen Achtung behandelt. Seine holländischen, französischen und !

englischen Jünger folgten seinem Beispiele und verlegten sich mit allemEifer auf diesen, ein Jahrhundert vorher mit Verächtlichkeit odermit einer gewissen Scheu behandelten Wissenszweig *).

Johannes Buxtorf, der Aeltere, in Basel (geb. l564, gest.l639) hatte die Kenntniß des Hebräischen und Rabbinischen zu einerArt Meisterschaft gebracht und sie christlichen Kreisen zugänglich gemacht.

Er führte mit jüdischen Gelehrten in Amsterdam, Deutschland undConstantinopel eine lebhafte Correspondenz in hebräischer Sprache.Selbst Damen verlegten sich damals aus die hebräische Sprache undLiteratur. Das Wundermädchen Anna Maria Schurmann aus §

Utrecht, welches fast alle europäischen Sprachen und ihre Literatur j

kannte, korrespondirte in hebräischer Sprache mit Gelehrten und auchmit einer englischen Dame, Dorothea Moore, und citirte mit Kenner-sicherheit Raschi und Jbn-Esra. Die excentrische Königin Christine svon Schweden, Gustav Adolph's gelehrte Tochter, verstand hebräisch.Ernstlich und eingehend beschäftigten sich auch damit Staatsmänner, derHolländer Hugo Grotius und der Engländer Johannes Seiden,für ihre theologischen oder geschichtlichen Studien.

Aber zur Selbständigkeit hatten es christliche Gelehrte bei allemEifer doch nicht in der rabbinischen Literatur gebracht; sie konntenohne einen jüdischen Führer nicht gehen oder fühlten sich unsicher.Selbst Buxtorf, der gelehrteste Rabbinist seiner Zeit und der Lehreraller folgenden, hielt sich einen Juden, Namens Abraham, zur Unter-weisung, und da dieser ohne gründliche Kenntniß war, führte er auchseinen Brodherrn auf Irrwege. Daher waren den christlichen ForschernManasse B. Jsrael's Abhandlungen, welche viele rabbinische Beleg-stellen und neue Gesichtspunkte boten, außerordentlich willkommen.

Sie waren ihnen durch seine faßliche Darstellung mundrecht gemacht.

Die holländischen Gelehrten suchten daher Manasse auf, bewarben sichum seine Freundschaft, hingen so zu sagen an seinem Munde, legtendaher allmälig die Vorurtheile gegen die Inden ab, welche damalsauch im tolerantesten Lande Europas die freisinnigsten Männer noch

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