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10 (1897) Geschichte der Juden von der dauernden Ansiedelung der Marranen in Holland (1618) bis zum Beginne der Mendelssohn'schen Zeit (1750)
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Die Synode von 1650.

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um das aufgezwnngene Christcnthum loszuwerden. Namentlich machtenjüdische Frauen von dieser Erlaubnis; Gebrauch, welche die rohenZaporoger durch die Ehe an sich geschmiedet hatten. Viele hundertjüdische Kinder, welche ihre Eltern und Verwandten verloren hattenund im Christeuthum aufcrzogeu waren, brachten die Juden wieder ansich, gaben sich Mühe, ihre Abstammung zu erforschen und hängtendie Zeugnisse in einem Röllchen an ihren Hals, damit sie später nichtin Blutsverwandtschaft heirathen mochten. Die im Winter (1650) inLublin zusammengetretene allgemeine Synode von Rabbinern und Vor-stehern hatte vollauf zu thnn, um die Wunden der polnischen Juden-heit nur einigermaßen vernarben zu machen. Viele Hunderte odergar Tausende von jüdischen Frauen wußten nicht, ob ihre Männer imGrabe lagen, oder bettelnd im Osten oder Westen, in der Türkei oderDeutschland nmherirrten, ob sie also Wittwen oder Ehefrauen wärenoder befanden sich in andern Verlegenheiten, welche das rabbinischeGesetz geschaffen hatte. Die Synode von Lublin soll dafür vortreff-liche Anordnungen getroffen haben *). Höchst wahrscheinlich war dermilde Lipman Heller, damals Rabbiner von Krakau, bestrebt, einemilde Auslegung der Gesetze in Betreff der Verschollenheit durchzu-setzen. Auf Anregung des Sabbatal Kohen (8ebnob) wurde derTag des ersten Gemetzels in Nemirow <20. Siwan) zur Erinnerungals allgemeiner Fasttag für die Ucberbleibsel der polnischen Gemeindeneingesetzt. Der greise Lipman Heller in Krakau, Sabbatal Hurwitzin Posen und der junge Sabbatal Kohen haben Bußgebete (Ssiiobot)für diesen traurigen Gedenktag gedichtet, meistens aber aus älterenStücken ansgewählt.

Nach anderthalbjähriger Panse brach von neuem der Krieg zwischenden Kosaken und Polen aus (Frühjahr 1651), dessen erste Opferabermals die Juden waren, da Chmielnicki mit den wilden Zaporogernnunmehr in die Polnischen Gebiete einfiel, wo sich wieder jüdische Ge-meinden angesiedelt hatten. Freilich so massenhaft konnte das Gemetzelnicht mehr ausfallen, es gab nicht mehr Tausende von Juden abzn-schlachten. Auch hatten sie durch die bösen Tage Muth bekommen, sichbewaffnet und dem König eine Schaar jüdischer Soldaten gestellt").

*) Nathan Hannover a. a. O. und nach ihm in p-r. Die Zeit dieserSynode giebt die Eint, zu der yw. Krakau (Katalog Bodl Klo. 2957)

an, nämlich '"n Messe und Synode in Lublin siel zwischen

Purim und Peßach. Ueber die Lslisbot zu diesem Tage s. Kail. das. Xo. 2958, 59,K8, Landshut ^ .i rn räs ^lxxla, s. v. llom Tob llsllsr und Beil. p. XIIIXo. 7. Perles, Geschichte der Jude» iu Posen S. 58

") Nathan Hannover a. a. O.