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10 (1897) Geschichte der Juden von der dauernden Ansiedelung der Marranen in Holland (1618) bis zum Beginne der Mendelssohn'schen Zeit (1750)
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Geschichte der Juden.

daß in den Kosakenprovinzen keine katholische Kirche geduldet werdenund kein Jude darin wohnen sollte^. Die Commission, welche dieBedingungen nicht annehmen konnte, reiste unverrichteter Sache ab(16. Februar 1649). Die Juden, welche auf eine friedliche Aus-gleichung gerechnet und in ihre Heimath zurückgekehrt waren, büßtenihr Vertrauen mit dem Tode. Denn die Kosaken nmschwärmten nachwie vor die Städte mit ihrem Todcsgehenle. So kamen viele Indenmit Edellcuten zum zweitenmal in Ostrog um (4. März 1649").

Das Abbrcchen der Unterhandlungen mit Chmielnicki führte zueinem dritten Zusammenstoß. Obwohl das polnische Heer diesesmalgerüsteter auf dem Kampfplatze erschien und von dem König selbstgeführt war, so hatte cs doch ebenso wenig Glück wie früher, theilsweil der einzig tüchtige Heerführer Wischniowiecki abermals übergangenworden war, theils weil der Kosakenhetman diesesmal noch mehrTataren, die ganzegoldene Horde" unter Jslan-Gorei als Bundes-genossen heranzog, und endlich, weil die griechisch-katholische Bevölkerungden Kosaken jeden Vorschub leistete und den Polen alle Nachtheile zu-fügte. In dem Treffen bei Sbara-. wäre die polnische Armee vonden Zaporogern und Tataren vollständig anfgerieben worden, wennder König, der nahe daran war, in die Gefangenschaft zu gerathen,.sich nicht klugerweise mit dem Tatarenhänptling verständigt hätteDarauf folgte der Friedensschluß (August 1649), welcher unter einerandern Form Chmielnicki's Programm vollständig bestätigte, unterandern auch den Punkt in Betreff der Juden. In den Hauptortender Kosaken (d. h. in der Ukraine, Westrußland, im Kiew'schen und einemTheil von Podolien), durften sie weder Ländereien besitzen, noch Pachten,noch überhaupt darin wohnen^).

In Folge des Friedensschlusses von Sbarcm hatten.die Polen unddie Juden etwa anderthalb Jahre so ziemlich Ruhe, obwohl auf beidenSeiten geheime Pläne gehegt wurden, den Vertrag bei günstigerGelegenheit zu brechen. So weit ihnen der Aufenthalt gestattet war,kehrten die flüchtigen Juden in ihre Heimat zurück; den aus Todes-furcht getauften Juden gestattete der König Jan Kasimir sich zumJudenthum offen zu bekennen. Dies machte ihm keine Gewissens-skrnpel, da er als Katholik das griechisch-kosakische Bekenntniß, in dem'die Juden getauft waren, nicht anerkannte. In Folge dessen flohendie getauften Juden aus den katholischen Landstrichen nach Polen,

9 Kostomarof a. a. O. x. 138.

'9 Nathan Hannover a. a. O.

") Kostomarof das. p. 175. Nathan Hannover das. p. 10 a.