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10 (1897) Geschichte der Juden von der dauernden Ansiedelung der Marranen in Holland (1618) bis zum Beginne der Mendelssohn'schen Zeit (1750)
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Gemetzel in Polonnoie.

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standen haben und zwar an demselben Tage, an welchem die TulczynerGemeinde niedergemetzelt wurde. Der Anführer der Horde ließsämmtliche Inden von Homel, Einheimische wie Flüchtlinge, außerhalbder Stadt entkleiden, von den Kosaken umgeben und forderte sie anf,sich taufen zu lassen oder des scheußlichsten Todes gewärtig zu sein.Sie zogen sämmtlich den Tod vor, ungefähr 1500 Männer, Frauenund Kinder.

Der Fürst Jeremias Wischniowiecki, die einzige Heldengestalt inder damaligen polnischen Zerfahrenheit, ein Mann mit durchdringendemScharfblick, todesverachtendem Muth und Feldherrntalent, nahm sichder gehetzten Juden mit hingebendem Eifer an. Er nahm die Flücht-linge unter die schützenden Flügel seiner kleinen, aber tapfern Schaarauf, mit der er die kosakischen Streifbauden überall bis zur Vernichtungverfolgte. Aber auf die eigene Kraft angewiesen, vermochte er nichtsNachhaltiges durchzusetzen. Durch kleinliche Eifersüchtelei wurde er beider Wahl des Oberfeldherrn gegen den kosakischen Aufstand übergangen,und statt seiner wurden drei gewählt, wie sie Chmielnicki für seineSiege nur brauchen konnte: Dominik Zaslawski und seine Lieute-nants Koniecpolski nebst Niklas Ostrorog. Der Rebellenführerbezeichnete den Einen als Schlaf kiffen, den Andern als Wiegen-kind und den Dritten als Federfuchsers.

Erbittert über diese erbärmliche Politik des an der Stelle desKönigs regierenden Primas von Gnesen, verfolgte Wischniowiecki seineneigenen Weg, mußte aber doch vor der Ueberzahl . der Streifschaarenund der mit ihnen sympathisirenden griechisch-katholischen Bevölkerungzurückweichen, was die Juden, welche auf seinen Heldenmuth gerechnethatten, mit ins Verderben zog. In der Festung Polonnoie (zwischenZaslaw und Zytomir) sollen 10000 Juden, theils Einwohner, teilsFlüchtlinge aus der Umgegend durch die Hand der belagernden Hai-damak's und der verrätherischen Einwohner umgekommen sein (3. Ab,22. Juli). Unter ihnen befand sich auch ein Kabbalist, SimsonOstropol, der mit 300 Gesinnungsgenossen in Sterbekleidern denTodesstoß empfangen hat. Mehrere Hundert gingen zum Christen-thum über 2).

U Bei de Grondi; Dominik Perina, Koniecpolski Detina, OstrorogLatiua.

2) Nathan Hannover und S. Kohen geben dis Zahl der Erschlagenen inPolonnoie auf 10 VW an, in Bar dagegen der Elftere oa. 2000 und der LetzterevL. 3000 p'.n u'io a. a. O. 36: .nH,-! 10000 Seelen, Flüchtlinge aus

0 Städten; npn d. h. Bar 600 ausgezeichnet reiche Juden und 1500 mit denFlüchtlingen. Ich weiß daher nicht, aus welcher jüdischen Quelle Kostomarof dieGraetz, Geschichte der Juden. X. 5