60 Geschichte der Juden.
weniger boten die Juden die Hand zu der in Folge des Aufstandesnoch gesteigerten Knechtung der Unglücklichen. Sie erwarteten im Jahre1648 laut des Lügenbuches Sohar die Ankunft des Messias unddie Zeit der Erlösung, wo sie die Herren würden spielen können, undwaren daher rücksichtsloser und sorgloser, als sie sonst zu sein pflegten.Die blutige Vergeltung blieb nicht aus und traf die Unschuldigen mitden Schuldigen, vielleicht jene noch mehr als diese.
Sie ging von einem Manne aus, welcher den gesteigerten Haßder Kosaken zu seinen Zwecken zu benutzen verstand und in welchemseine Landsleute ihr Ideal erblickten. Zinwii BogdanChmielnickt(russisch ChmeN), geb. um 1595, st. 1657), vor dem ganz Polen mehrereJahre zitterte, und der Rußland zuerst Gelegenheit gab, sich in diepolnische Republik einzumischen, war für die Juden eine erschreckendeGeißel, welche sie auch um ihre halbgüustige Stellung gebracht hat.Chmielnicki, tapfer im Kriege und verschlagen in Ausführung vonPlänen, undurchdringlich in seinem Vorhaben, grausam und heuchlerischzugleich, war persönlich von Juden gereizt worden, als er noch inuntergeordneter Stelle eines Feldschreibers (Lisai) der Kosaken inUnterthäuigkeit von dem Hause Koniecpolski lebte. Ein Jude ZachariasSabilenki hatte ihm einen Streich gespielt, wodurch ihm sein Gutund seine Frau geraubt wurden. Ein Anderer hatte ihn verrathen,
9 lieber diese Illusion s. Note 1.
-) Quellen für Aufstände und Kriege der Kosaken und Judengemetzel: dieschon genannten de Grondi und Kostomarof. Jüdischer Solls: NathanHannover in nsi -2 w (erster Druck Venedig 1652) sehr treu und zuverlässig;Sabbatai Kohen (z"e) in > 2 °>>x , 1 ^: 2 , verbunden mit Jbn-Verga's nri.i' 22 Vin allen Ausgaben seit 1655, ebenfalls treu, nur nicht so ausführlich wie NathanHannover. Ferner die poetisirende Schilderung v'nr.-i pw, man weiß nicht, werder Verf. war, ob Me'ir b. Samuel aus Szebrzecin (soll Krakau 1650 er-schienen sein, Wolf I. III. s. v.) oder Joschia b. David aus Lemberg,gedruckt Venedig 1656. Da dasselbe von Nathan Hannover abhängig ist, soliegt nicht viel daran zu wissen, wer Plagiator war. Es hat für den Gangder Geschichte wenig Werth. In dem Merkchen 2 p>" rsim von Jakob
aus Gnesen finden sich Elegien auf das Gemetzel, gedruckt Amsterdam 1652.
Eine seltene Quelle ist, 2-2 von Samuel bei Nathan Feivel (?),Wolf III. p. 1085, Katal. Bodl. No. 7064, soll in Venedig gedruckt sein, abererst nach 1656. Ein Auszug daraus 2-212 Jahrg. 1864 p. 36 fg. Die Zahlder Gemetzelten und der Gang der Gemetzel sind darin nicht zuverlässig. Siegiebt an: 140 Gemeinden und 600000 Familienväter ohne Frauen und Kinderleien ausgeschlachtet worden. Das Erste ist zu wenig und das Andere zu viel.Auch die Kartier haben Denkwürdigkeiten über die an ihnen begangenen Gemetzelausgeschrieben, die aber nur noch fragmentarisch erhalten sind in A. Neubauersaus der Petersburger Bibliothek x. 125 No. XXXV.: '22 -, 2 V '22 i-s
82 U .2 22^222 . . 130 No. X.! -p-si .2 '.'.22 NUN 2 I .2 ' 2 .