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10 (1897) Geschichte der Juden von der dauernden Ansiedelung der Marranen in Holland (1618) bis zum Beginne der Mendelssohn'schen Zeit (1750)
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Geschichte der Juden.

mit seiner Art vereinzelt, allenfalls hatte er einen Gesinnungsgenossenan Joel Serkes (geb. um 1560 st. um 1641^, Rabbiner in Lub-mila, Brrezo und zuletzt in Krakau (seit 1619), der öfter seineAbneigung gegen diese verkehrte Lehrart zu erkennen gab, namentlichwenn sie sich bei praktischen Entscheidungen für Rechtsfragen oder dasEherecht geltend machte. Um dieser Verkehrtheit entgegenzuarbeiten,baute er einneues Haus", d. h. verfaßte ein neues Werk, wiederumeinen Commentar zum Codex. Indem Serkes sie bekämpfen wollte,mußte auch er die verschlungenen Wege der rabbinischen Literaturbetreten und verlor sich seinerseits im Labyrinth. Die Strömung derpolnischen Lehrweise war so gewaltig, daß sie, weit entfernt, vonHeller, Serkes und wenigen Andern eingedämmt werden zu können,diese mit sich fortriß. Wer nicht als Schwachkopf gelten wollte,mußte dieser Richtung folgen. In Krakau selbst hatte Heller zweiCollege», die sich so recht auf Spitzfindigkeiten verlegten: Josua b.Joseph Falk II. (st. 1648) und Josua b. Jakob Heschel (st. 1663"/.

Der junge Stürmer Sabbatai Kohen aus Wilna (b. Meistgeb. 1622 st. 1663^), genannt Schach, wäre als Genie bewundertworden, wenn er nicht in dieser falschen Richtung erzogen wordenwäre. Im zwanzigsten Lebensjahre beherrschte er bereits das un-übersehbare Gebiet des Talmud und der rabbinischen Literatur miteiner Meisterschaft, welche die ältern Rabbiner in Schatten stellte.Er berichtigte seine Vorgänger, machte neue Bemerkungen zu altenSchrullen und trat mit großer Selbstständigkeit auf. SabbataiKohen vergeudete seine große Geisteskraft, um Spinngewebfädeu auf-'s Serkes (d. h: Sohn von Serke, Diminutiv von Sara, Sarche, SürkeSerke), Verf. des von wo w'o, starb, wie Asulai angiebt, im Jahre desDruckes seines genannten Werkes StVO 1639 oder 40. Im Vorworte nennter sich alt. In Lublin war er nie Rabbiner, sondern in ustooio, das heißtLubmila.

-) Beide Grabschriften hat Wolf erhalten IX. p. 1200 und t208. DerElftere ist Verf. der Lsspx. pmw ne I. und der woi>o- nno, worin er die Aus-stellung der Tossafisten meistens sehr richtig gegen Raschi zu widerlegenunternahm. Heschel, der nach Asulai bereits 1633 in Krakau gewesen seinsoll <1. x>. 48 und T^ääitt. Lsn llalrob II. p. 164 Xo. 18), hat viele talmud.Novellen verfaßt.

°) Bemerkung des ersten Herausgebers zu wo msa- zu ObosollsnLlisobpsst, im Jahre 1663, der Verf., sein Schwiegervater, sei 41 Jahr alt ge-worden. Asulai II. x>. 146 berechnet daher, daß dessen Commentar zu lorsDsu im 25. Lebensjahre bereits fertig war, und auch andere Schriften, dieunedirt blieben. Die Abhandlung wo wpn arbeitete er zwischen Monat illsbsbund Xäar 1651 aus. Seine Biographie in Sterns Loobbs li^olrak I. 176und S. Finn ,-nvx: w^,o p>. 74 fg.