Die Polnischen Talmudhänpter.
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Denkvermögen. Damit grübelte er in den ohnehin subtilen tossafistischenAuseinandersetzungen, um darin Widersprüche zu entdecken und beider Lösung derselben etwas Neues zu finden, sei es auch nur einPünktchen über dem I. Dabei glaubte Edels noch einfach und schlichtin seiner Methode zu sein, und seine Commentarien zweiten und drittenGrades (Supercommentarien zum Talmud) für Jedermann angelegt,allgemein verständlich gemacht zu haben. Seinen agadischen Auslegungenmuß man es als Verdienst anrechnen, daß sie nur geschmacklos waren;sie hielten sich im Zustande der Nüchternheit und wichen geradezudem Rausche der benebelnden Kabbala aus. Edels war etloa nicht derMystik abgeneigt, — war er doch Zeitgenosse des mit der Kabbala rad-schlagenden Vital Calabrese! — aber er wünschte die Beschäftigungmit ihr ans einen engen Kreis betagter Adepten beschränkt zu sehenund sie nicht durch den Mund unreifer Jünglinge von den Dächerngepredigt zu hörenZ.
In demselben Jahre, in dem Edels starb, kam LipmannHeller nach Polen, um den Quälereien von Seiten seiner gemeinen,denunciatorischen Feinde in Prag und des Kaisers zu entgehen. SeinRuf ging ihm voran und so wurde er von der, wie es scheint, jungenGemeinde Nemirow in Kleinrußland zum Rabbiner gewählt^).Später wurde er von der Gemeinde Wladimir (Wolhyn) berufen undim Alter (1645) gar von der bedeutenden Gemeinde Krakau gewählt.Heller, von Sittlichkeit und deutscher Gradheit durchdrungen, fandarge Mißbräuche in Polen, auf deren Beseitigung er thatkräftig drang.Unter Anderem setzte er es durch, daß die Generalsynoden einen Be-schluß gegen die Käuflichkeit der Rabbinatsstellen faßten und bekanntmachten; sie belegten mit dem Banne diejenigen, welche Geld zurErlangung eines Rabbinats böten und diejenigen, welche solches an-nähmen ^). Er zog sich dadurch erbitterte Feindschaft zu und wurdein Polen, wie in Prag, von seinen Feinden bei den Behördendenuncirt. Den Krebsschaden der polnischen Judenheit, die kniffigeLehrweise und die damit verbundene Wahrheits- und Rechtsverdrehunghat Heller, wie es scheint, nicht einmal anzugreifen gewagt, obwohler nach seinem Bildungsgänge ein Feind der Sophistik war. Er stäup
und Heller w"' nennt ihn nmrr: bmur- Seine "-i-m arbeitete erim frühen Mannesalter aus; zuerst gedruckt Prag 1598; seine 'rnrn sinkstückweise erschienen.
Obiääusells zu OllagiZs. II.
') Heller Selbstbiographie p. 27. Der erste Herausgeber bemerkt, daß esin einer anderen Handschrift heißt x'r;-! statt
Das. x. 2!>. fg.