Die Juden und der polnische Adel.
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Sigismund III. und sein Sohn bestätigten alle Privilegien, die sichnoch von Casimir I. datirten. Ter letzte König ans dem Stamm derJagellonen Wladislaw IV. (1632—1648) war ihnen besonders ge-wogen*). Die Gunst der polnischen Könige hatte zwar nicht viel mehrzu bedeuten, als die der deutschen Kaiser, weil auch sie mehr herrschtenals regierten. Allein es war doch immer so besser, als wenn dieKönige durch ihren Judenhaß die Feinde der Juden zur Verfolgunggewissermaßen aufgemuntert hätten. Der hohe Adel blieb im All-gemeinen auch in dieser Zeit in seiner Abhängigkeit von den Juden,weil sie ihm gewissermaßen die Ergänzung zu seinen Nationalfehlernboten. Der Polnischen Flüchtigkeit, Leichtlebigkeit, Unbeständigkeit, Ver-schwendungssucht und Sorglosigkeit kam die jüdische Ueberlegtheit,Klugheit, das kleinliche Sparsystem und die Vorsorglichkeit recht gutzu statten. Der Jude war dem polnischen Edelmann mehr noch alssein Finanzmeister, er war sein Helfer in Verlegenheit, sein klugerRathgeber, sein Alles in Allem"). Besonders verwendeten die Adligendie Juden zur Verwerthung neu angelegter Colonien, wozu jene wederdie nöthige Ausdauer, noch die Fähigkeiten hatten. Es hatten sichnämlich nach und nach am untern Dniepr und am Nordrande desSchwarzen Meeres in der Nachbarschaft der Krimischen TatarenColonien aus entlaufenen polnischen Leibeigenen, Sträflingen, Aben-teurern aller Provinzen, Bauern und Adligen gebildet, welche sich inder Heimath beengt und gefährdet fühlten. Die Auswürflinge bildetenden Grundstock zu dem Kosakenstamme an den Wasserfällen des Dniepr(/m-Uorogi), wovon die Kosaken den Namen Zaporoger erhielten.Um ihr Leben zu fristen, waren sie auf Beute und Raub von denbenachbarten Tataren angewiesen. Sie wurden kriegerisch abgehärtet,und mit jedem Erfolge wuchs ihr Math und ihr unabhängiger Sinn.
9 Er bestätigte die von seinem Vater 1492 confirmirten, alten Privilegiengleich nach seiner Thronbesteigung tl. März 1633; vergl. Perles, Geschichteder Juden in Posen x. 130, 145. Nathan Hannover ridr -2 ;n Ans.
") Kostom arof, Bogdan Chmislnicki, übersetzt von Merimss im äournaläss Lavants Jahrg. 1863 Ans. Du Asnsral l'tntsnäavt ou l'boinins ä'atlatrssä'un U ans polonais statt rrrr 3alt. 8on tnäustrts orätnairs statt ä'avanosräs 1'arZsnt ä, son inattrs st ä'sn obtsnir, pour ss rsinbonrssr I'antori-satton äs prsssursr Iss pa^sants. — Stupasky de Konary, Geheim-schreiber des Königs Wladislaw, schrieb 1637 an Gerhard Vossius (Vosstisxistolas II. blo. 66): änäasornin Asnus aäso ättlnätt ss xsr nntvsrsnrnboe rsgnnin Uolontas sjnsqns xrovtnotas, nt ornnss xsns iussäsrit nrbss,opxtäa, villa, bas inaxtins in ttntttina Osrrnanias, bsliornintsinpsstats.lbanta base rnnltitnäo ttsrt non potsst, gnin rnnltornrn otksnäat aniinos,nrsreatornna (t. s. Osrnaanornrn) tnxriinis st snbättornin, gut änäasissnbssss asArs Isrunt.
Graetz, Geschichte der Juden. X.
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