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Geschichte der Juden.
sich dabei auf seine Vorgänger und den Papst berufend ^). Hier undda wurden sie beschuldigt, es verräterisch mit den Schweden zu halten").Der Krieg hatte überhaupt seit Einmischung der Schweden und Franzosenden wilden Charakter eines Religionskrieges abgelegt und den einespolitischen um das Gleichgewicht unter den Staaten angenommen.Fast scheint es, als wenn die Juden in dieser Zeit noch besser alsdie Christen behandelt wurden. Wenigstens in Mainz verfuhren dieSchweden, die über vier Jahr dort hausten <Ende 1631 — Ans. 1636)glimpflicher gegen sie^). Sie waren auch nicht so sehr verarmt; dennsie konnten drei Jahre nach Abzug der Schweden eine Synagoge inMainz bauen, also einen größer» Geineindeverband bilden, eine Ver-günstigung, die sie seit ihrer Ausweisung über 150 Jahre vorher nichtgenießen konnten^). Der dreißigjährige Krieg endete bekanntlich ansdemselben Schauplatz, wo er begonnen hatte, in Prag. Der schwedischeGeneral belagerte die Moldaustadt und halte bereits die Kleinseiteeingenommen. Aber die Einwohner wehrten sich tapfer, und die Judenblieben in Ausdauer nicht hinter den Andern zurück, wenn auchnicht mit Waffen, doch mit Arbeit in den Schanzen und mit Lösch-apparaten. Ein Jude war es, der dem Kaiser aus der belagertenStadt Nachrichten brachte, um Entsatzungstruppen herbcizuziehen^.Wegen ihrer Anhänglichkeit an das Kaiserhaus erhielten die böhmischenJuden von Ferdinand III. eine Erweiterung ihrer Rechte (8. April 1648),welche darin bestand, daß sie in allen königl. Städten und Kammer-gütern wohnen und nicht ohne Wissen des Kaisers ausgewiesen werden,daß sie neben ausgedehntem Handel auch alle Handwerke — mit Aus-nahme von Waffenschmieden — betreiben dürften, daß die Vorstehernicht gezwungen sein sollten, einen Verdächtigen aus der Mitte derGemeinde zu stellen und für ihn verantwortlich zu sein^). Man kann
si 'Wullsi'8 llftsriaos. juäuios. p. 83.
") (König) Annal. der Juden in preuß. Staaten S. 81.
o) Schaab, diplomatische Geschichte der Juden in Mainz S. 210.
Z Schaab das.
"') Die Belagerung Prags durch die Schweden und den Antheil der Judenan der Verthcidigung beschrieb ausführlich in einem nicht ganz schlechten hebr.Styl Jehuda Levi b. Josia in einem Merkchen .ivrfto, gedruckt Prag1619, lat. übersetzt von Wagenseil in axoftatioirss ssx p. 101.
°) v. Herrinan a. a. O. S. 66, 59, Nusülr S. 11 sg. Aktenstücke vonWolf. Welche Bedeutung dieser Passus im Privilegium hat, vergegenwärtigtein Fall vom Jahre 1622, der in einem Codex des Prager Gemeinde-Archivszur Erinnerung niedergeschrieben ist. Ein Prager Jude hatte von einem SoldatenDamastvorhänge gekauft, welche dem Statthalter entwendet waren. Als derDiebstahl ruchbar geworden war, übergab sie der Käufer dem Synagogendicner,welcher dazu vereidet war, gestohlene Sachen zu übernehmen und sie dem Eigen-