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10 (1897) Geschichte der Juden von der dauernden Ansiedelung der Marranen in Holland (1618) bis zum Beginne der Mendelssohn'schen Zeit (1750)
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Geschichte der Juden.

Juden von 15 bis 20 Jahren sein. Jeder, der zum Anhören derPrediger befohlen worden, sollte bei einmaliger Versäumniß mit einemThaler Strafgeld, und im wiederholten Falle gesteigert, belegt werden.Einschlafen und Schwatzen während der Predigt war verpönt. DieStrafgelder sollten zur Unterstützung der bekehrten Juden verwendetwerden. Dem Kaiser Ferdinand lag die Bekehrung der Juden sehram Herzen und er versprach sich viel von diesem Zwange. Indessenkonnte dieser Plan nicht so leicht ausgeführt werden. Die Hofräthe,denen der Kaiser dieses Geschäft übertragen hatte, waren für Bestechungnicht unzugänglich und steckten sich hinter die Jesuiten, welche wenigerans Fang von Judenseelen, als vielmehr auf Unterdrückung derProtestanten und Machterweiterung Gewicht legten. Bald hieß eses sei in Wien kein passendes Lokal für die Predigten zu finden; esschickte sich nicht eine Kirche dazu herzugeben, und einen Hörsaal inder Universität mochten die Väter der Gesellschaft Jesu nicht dazu ein-räumen. Dann hieß es: es sei Mangel an einem geeigneten Prediger;die Jesuiten gaben nur ungern eines ihrer Ordensglicder dazu her.Der Kaiser mußte wiederholentlich ermahnen, doch einmal damit denAnfang zu machen, aber es fanden sich immer neue Hindernisse. Dannbeschäftigten den Kaiser andere Sorgen. Gustav Adolph, derSchwedenkönig, und sein großer Kanzler Oxeustierna entrissen denKatholiken fast alle Eroberungen, welche die Liga im Protestantenlandegemacht hatte. Dazu kamen dann die Befürchtungen wegen Wallen-stcins verrätherischer Absichten. Die Judenpredigten haben daher inDeutschland keinen Erfolg gehabt.

Kaiser Ferdinand II. ließ die Juden nicht das Mißlingen seinesPlanes entgelten, er war vielmehr darauf bedacht, die Wunden, welcheseine Kriegsschaaren den Juden schlugen, zu heilen. Die entfesselteWnth der deutschen Soldateska, des Wallensteinischen Gesindels, trafauch die Gemeinde Mantua. Diese dritigrößte Gemeinde Italiensnächst der römischen und venetianischen, zählte damals ungefähr 1000Mische Seelen st. Der vorletzte Herzog Ferdinand aus dem HauseGonzaga, obwohl Cardinal und Ausschweifung, war den Juden zu-gethan; sie waren so wenig auf schlimme Zeiten gefaßt, daß sie unter-einander eine Ghetto-Ordnung für die Dauer einführten, welche derHerzog bestätigte-).

st Geschichte der Vertreibung und der Restitution der Mantuaner Gemeindennr-, von Abraham Masseran (Venedig I63t) A. 26 ».

st 2-0 zur Vermeidung der Concurrenz: '-mi 2-20 o'-rioi o'npn

Mantua 1620.