Lipmann Heller.
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Seine Anstellung in Prag erfolgte 1627. Als fnngirender Rab-biner hatte Heller den Vorsitz in der Commission, welche die undank-bare Aufgabe hatte, die bedeutende Summe jährlicher Kriegssteuer von40,000 Fl. unter die Prager Gemeindemitglieder und die Landgemeindenzu vertheilen i). Bei Heller's biederem und lauterem Charakter läßtsich voraussetzen, daß er bei der Umlage mit der äußersten Gewissen-haftigkeit zu Werke gegangen ist und wissentlich Keinen ungerecht über-bürdet hat. Nichts desto weniger beklagten sich einige Mitgliederüber ungebührliche und parteiische Verkeilung, erregten Streit in derGemeinde, rotteten einen Anhang zusammen und bedrohten die Commissionmit Anschwärzungen. Vergebens ließ Heller seine mahnende Stimmegegen die überhandnehmende Spaltung vernehmen, sprach von derKanzel bald sanft, bald ernst. Trotz gesellte sich zum Neid, und dieUnzufriedenen verklagten ihn und die Aeltesten der Commission bei derHofkammer, daß er mit Parteilichkeit die Reichen verschont, die Steuer-last auf die Schultern der Mindervermögenden gewälzt, und sie zurErlegung des ihnen aufgelegten Anthcils durch Androhung von Bann,Gefängniß und anderen Strafen gezwungen habe. Die Anklage gegenHeller muß noch überdieß sehr gehässiger Natur gewesen sein. Denn,ehe er noch etwas von dem ihm bedrohenden Schlage ahnte, wurdenvon Wien aus nach Frankfurt die Anzeichen von einer bevorstehendenVerfolgung gemeldet (März 1629^).
Darauf erfolgte von Seiten des Kaisers Ferdinand II. ein herberVerweis für den Rabbiner Lipmann Heller und die Gemeindeältestenmit Androhung unnachsichtiger Strenge für Wiederholung solcher Un-gebühr bei Verkeilung der Stenern, und mit dem Befehle eine Central-commission zu erwählen (2. Mai 1629^). Aber damit begnügten sichdiese gewissenlosen Streitsüchtigen nicht, sondern verleumdeten LipmannHeller beim Kaiser: er habe in einem seiner Werke verletzende Aenßerungengegen das Christenthum gebraucht, was ihn in Harnisch bringen mußte.Um ihrer Verleumdung Nachdruck zu geben, trugen sie einer demKaiser nahestehenden Persönlichkeit, die sich auf theologisches Wissen
9 S. oben S. 37.
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»:28 rnnL i-i a-^i.i. Das war also Adar — Anfangs März 1629. Bedenktman, daß der drohende Brief des Kaisers an den „Rabbiner und Cltistender Prager Judenschaft" vom 22. Mai datirt ist, und daß sich daran dieVerhaftung Hellers und gewaltsame Bekehrungsversuche knüpften, so kommtman darauf, daß in diesem Berichte die Anzeichen von dem, was später erfolgte,angedeutet sind.
°) Urkunde bei Wolf, Ferdinand II. S. 49, Nr. IX.