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10 (1897) Geschichte der Juden von der dauernden Ansiedelung der Marranen in Holland (1618) bis zum Beginne der Mendelssohn'schen Zeit (1750)
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Geschichte der Juden.

seiner Gelehrsamkeit lagen geordnet in seinem Kopfe. Heller besaßein sanftes Wesen, imposante Züge, führte eine gewandte Sprache nndkonnte daher in christlichen Kreisen verkehren. Fern von jenemWissensdünkel, der keinen Widerspruch vertragen kann ein Fehler,der namentlich den meisten Vertretern der rabbinischen Gelehrsamkeitin Polen anhaftete nahm sein sanftes, bescheidenes Wesen Jeder-mann für ihn ein und gewann ihm die Herzen. Er ist einer vondenen, die man unwillkürlich bedauert, daß sie in jener barbarischenZeit gelebt; in einer besseren Zeit hätten sie erfolgreicher für dasJndenthum wirken können. In Prag, wo er seine letzte rabbiniicheAusbildung erhalten und mit dem, der sophistischen (pilpnlistischen)Lehrweise abholden Prediger Ephraim Lencycz verkehrt hatte, schrift-stellerte.Heller in der Jugend über Themata, welche den Talmudbeflissenenfern lagen oder gar von ihnen verachtet wurden Z. Im dreißigstenLebensjahre, gerade in demselben Alter wie Maimuni, arbeitete er einRiesenwerk aus, einen sachgemäßen Commentar zur Mischna (Dossatot.Ivm-Rob, vollendet 16141617). Es gehörte dazu eine viel größereArbeitskraft, als sein großer Vorgänger und auch Obadja di Bertinorodafür angewendet hatten, wenn man berücksichtigt, wie hoch in derZwischenzeit die Materialien anfgeschichtet waren, die alle beachtet,ausgenommen und geprüft werden mußten. Freilich nach der wissen-schaftlichen Seite steht Heller dem Mischna - Commentar Maimuni'sbei weitem nach. Aber hin nnd wieder zeigt der Verfasser einenfreieren Blick; nur sprach er seine bessere Erkenntniß mit vieler Zu-rückhaltung und Schüchternheit aus^).

Lipmann Heller wurde, wie gesagt, für das Rabbinat nach Wienberufen, und er wirkte wohlthätig für diese junge Gemeinde. Er arbeitetefür sie eine Gemeindeordnung aus und war daher während der kurzenZeit seiner dortigen Funktion geachtet und beliebt. Er hätte mit seinemsanften friedliebenden Wesen in Wien bleiben und sich nicht von denscheinbaren Vorzügen der Prager Gemeinde dorthin verlocken lassensollen; denn in ihr herrschte noch immer Gemeinheit und Niedrigkeit,Neid und Tücke, wie früher, und Heller paßte am wenigsten für diesenKreis. Es zog ihn aber nach der böhmischen Hauptstadt, wo es un-vergleichlich mehr Talmudbeflissene gakpund er auf anregenden Gedanken-austausch rechnen konnte. Denn vom Ehrgeize, Rabbiner in dergrößten Gemeinde Deutschlands zu sein, muß mau ihn freisprechen.Er hatte nur zu bald Gelegenheit, die Annahme dieser Wahl zu bereuen.

Er schrieb einen Commentar zu Bedaresi's oiox ramv und zu EzechielsGesichte vom Thronwagen

") Vergl. tbossntot ckoun tllob zu Unsir V. 5.