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Geschichte der Juden.
Felde). Bassewi von Treuenburg begleitete öfter das Hoflager des Kaisers.Diese Stellung machte ihn nicht aufgeblasen gegen seine niedrig-gestellten Stammgenossen; er wirkte vielmehr zu ihrem Besten mit vollerHingebung. Da er und die andern Kapitalisten der Geldverlegenheitdes kaiserlichen Hofes abhalfen, konnten sie wirksam für ihre Glaubens-genossen im Reiche und Italien eintreten. Wahrscheinlich auf ihreVeranlassung erhielten die Juden gewissermaßen mitten im Feuerregenvon den militärischen Führern besondern Schutz. Nach der ent-scheidenden Schlacht am weißen Berge (1621) wurde das JudenviertelPrags i) von einer Schutzwache besetzt, damit den Juden kein Haargekrümmt werde. Zum Andenken an diese kaum geahnte Rettung vonder wilden Landsknechtenschaar beging die Prager Gemeinde den Tagdes Einzuges der Kaiserlichen (14. Marcheschwan—10. Nov.) alljährlichhalb als Fast- und halb als Festtag, wie es der damalige RabbinerJesaia Hurwitz angeordnet hatte. Die reichen Juden Prags durftenouch die von den protestantischen Bewohnern verlassenen Häuser käuflichan sich bringen").
Ein gewichtiges Ansehen erhielt während dieses Krieges undvielleicht durch denselben die Gemeinde Wiens. Der Schwerpunktdes Katholicismus fiel nämlich damals durch die Erschlaffung Spaniensvom Mauzanares an die Donau, von Madrid an Wien. Die nachund nach trotz wiederholter Ausweisungsdekrete der Kaiser wieder inWien angesammelten Juden standen dadurch den wichtigen europäischenAngelegenheiten näher. Hofjuden und jüdische Aerzte zogen nachWien mit ihren Gesindern, d. h. den Personen ihres Anhanges,oder die sie als solche ausgaben. Die Wiener Juden galten damalsals außerordentlich reicht). Da sie in verschiedenen Quartieren derStadt zerstreut wohnten, empfanden sie das Bedürfniß, sich zu sammelnund einen gemeinsamen Platz zum Beten zu haben. Sie wandten sichan den Kaiser, und dieser bewilligte ihnen einen Platz am unternWörd (jetzt Leopoldstadt), entzog sie der Gerichtsbarkeit der städtischen
*) Lipmann Heller, Eint, zu den betreffenden Bußgebeten (Selichot, PragerRitus), die er zum Andenken an diesen Tag verfaßt hat. Da diese Selichotselten sind, so sei das Wesentlichste daraus niitgetheilt: (n"sw) pwno 2 "> 'n ovmpwn i"> '2 en '21 . . . (pnnw) niiiiw niwpi I 2 i 2 '.i onri'.-m ll> 2 ii iw nnini iwi) . . .)m 'iw ionii ;ni unin ',w m)w) inip 2ip>i np) i>' n)iiZ Ni22 U",i . . .aiwo >i» 'n)o) i)m no2 iw )o )p . . . iv'p.i ie>' umiomio c>>i!2-w N'pe'i
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2) von Herrman a. a. O. S. 54.
0) Lipmann Heller, Selbstbiographie p. 4.