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Geschichte der Juden.
Agenten, und die katholische Majestät Ferdinand III. erhob einenjüdischen Schriftsteller von portugiesischer Abstammung, JmanuelRosales, zum Pfalzgrafen *). Die portugiesischen Juden, überallgünstiger gestellt, als die deutschen, fühlten sich so behaglich in Hamburg,daß sie es ihr „kleines Jerusalem" nannten ^j.
Eine Colonie der Amsterdamer Muttergemeinde bildete sich inSüdamerika, in dem von Portugiesen entdeckten und bevölkertenBrasilien und besonders in der Stadt Pernambuco. Dorthinhatte die portugiesische Regierung öfter jüdische Verbrecher, d. h.Marranen, welche sie nicht dem Scheiterhaufen überliefern wollte, zu-gleich mit Lustdirnen und anderein Gesindel als Colonisten trans-portiren lassen. Diese geschändeten Marranen erleichterten den Hol-ländern die Eroberung von Brasilien, das eine holländische Coloniewurde und einen eigenen Statthalter an dem einsichtigen Johann Moritzvon Nassau erhielt (1624—36). Sofort trat eine Verbindung zwischender Amsterdamer Gemeinde und der brasilianischen ein, welche dieMaske des Christcnthums abgeworfen hatte und von den Holländernfast verhätschelt wurde. Schon nannten sich die Juden auf Recifebei Pernambuco die „heilige Gemeinde" (Lakai Laäos) und hatteneinen Vorstand, bestehend aus David Senor Coronet, Abrahamde Moncado, Jakob Mncate, Isaak Cathunho'ff. Mehrerehundert Amsterdamer Portugiesen schifften sich, sei es auf Grund einerEinladung oder ans eigenem Antrieb, um Geschäftsverbindungen mitder Colonie anznknüpfen, nach Brasilien ein und nahmen den ChachamIsaak Aboab da Fonseca mit (1642^). Er war der erstebrasilianische Rabbiner, wahrscheinlich ans Recife. Auch auf Tamaricabildete sich eine Gemeinde, welche einen eigenen Chacham hatte anJakob Lagarto^l — dem ersten talmudischen Schriftsteller in Süd-amerika. Es verstand sich von selbst, daß die brasilianischen Indenvollständige Gleichberechtigung genossen, denn sie leisteten den Hol-ländern die wesentlichsten Dienste als Rathgeber und Krieger. Alsdie eingeborenen Portugiesen, welche die Unterjochung durch die
U Manasse Ben-Israel in kmrukls ^.ärsss an das Parlament.
") Schudt, jüd. Merkw. I. S. 271.
3) Manasse Ben-Israel, Widmung seines Oonsiliaäor Theil II.
Os Larrios Tora Iloi p. 21.
°) Ders. 74rkol äs las viäas x. 87, Wolf III. p. 511 das. zu lesen
statt mi-nb. Die von Lagarto verfaßte Schrift über talmudische Aphorismenhatte nicht den Titel o'irmvn 'o, wie Wolf angiebt, sondern — Disnäa
äs .laook, bei Barrios.