Die Juden in Brasilien.
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Holländer mit Ingrimm ertrugen, eine Verschwörung anzettelten, umsich bei einen Schmause der holländischen Beamten der Hauptstadt zuentledigen und dann über die hauptlose Colonie herzufallen, warntesie ein Jude und rettete sie und die Colonie vor sicherem Untergänge.Als später (1646) ein offener Krieg zwischen Portugiesen und. Holländernausbrach, und die Besatzung von Recife, von Hungersnot!) aufgerieben,auf dem Punkte stand, sich auf Gnade oder Ungnade zu ergeben, warencs die Juden, welche den Gouverneur zur muthigen Ausdauer undzur Fortsetzung des Kampfes antrieben. Sie riethen, die Krankenund vor Hunger Ausgezehrten in die Mitte zu nehmen, sich durchdas feindliche Heer durchzuschlagen und das Binnenland zu erreichen H.Selbst die jüdischen Marranen in Portugal nahmen ein lebendigesInteresse an den Holländern, den Beschützern ihrer Brüder. Derportugiesische Hof, welcher die Aufständigen in Brasilien heimlich unter-stützte, stellte officiell jede Theilnahme daran in Abrede und wiegtedie Generalstaaten in eine gefährliche Sicherheit ein. Indessen wares einem Marranen gelungen, Beweise von dem falschen Spiele desHofes zu erlangen. Er beeilte sich, seinen Stammgenosseu in Amster-dam Kunde davon zu geben, und diese theilten sie der holländischenNegierung mit, welche von dieser Zeit an, von der Verblendung ge-heilt, Truppen zur Hilfe der bedrängten Colonie mit Energie schickte.Indessen half diese zu spät nacbgesandte Verstärkung nicht; ein fanatischerRacen-und Religionskrieg zwischen den Portugiesen und den holländischenColonisten verwüstete das schöne Brasilien, die Hungersnoth geselltesich dazu. Eine Stadt nach der andern fiel den Portugiesen in dieHände. Die Inden litten und kämpften mit den Holländern um dieWette. Der Chacham der brasilianischen Gemeinde, Isaak Aboabschildert die Kriegsnöthen, die er selbst mit erlitten, mit grellen Farben.„Bücher wären nicht im Stande unsere Leiden zu fassen. Der Feindbreitete sich in Feld und Wald aus, lauerte hier auf Beute und dortauf das Leben. Viele von uns starben mit dem Schillerte in derHand, andere aus Mangel. Sie ruhen jetzt in kalter Erde. WirUebriggebliebenen waren dem Tode in jeder Gestalt ausgesetzt. Diean Leckerbissen Gewöhnten waren froh, trockenes verschimmeltes Brodzur Stillung ihres Hungers zu erhaschen""). Endlich waren dieGeneralstaaten, durch europäische Kriege gedrängt, gezwungen, dieColonie den Portugiesen zu überlassen. Ein jüdischer Zeitgenosse be-
') Vergl. über die portugiesischen Juden in Brasilien, Losusn, Ossollis-äsuis äsr lloäsn p. 27? fg.
") Isaak Aboab, Einleitung zu Herrera's korts. Oosli.