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Geschichte der Juden.
worin die Schwächen des Christenthums aufgedeckt wurden. Solchegegeuchristliche Schriften waren für die Marranen nothwendig, damitsie ihre gewissermaßen im Katholicismus angebornen Jrrthümer loswürden. Sie wurden daher von geschäftigen Juden verbreitet undin Umlauf gesetzt. Allein sie beschränkten sie nicht auf jüdische Kreise,sondern sprachen davon und rühmten sie vor Christen. Wie es scheint,war der junge Arzt und Lexicograph Dionys (Benjamin)Musaphia in Hamburg thätig, diese Schriften unter Chxisten zubringen und viel Wesens davon zu machen. Er rühmte sich, den ge-lehrtesten Christen über die Entstehung des Christenthums und diechristlichen Dogmen in Verwirrung und zur Beschämung bringen zukönnen i). Nach solchen Vorgängen war Müller zu einer Gegenschriftberechtigt. Er verfaßte eine, wie soll man sagen? — Vertheidigungs-oder Schmähschrift: Judaismus oder Judenthnm, d. i. ausführlicherBericht von des jüdischen Volkes Unglauben, Blindheit und Verstockung(1644). Sie ist weder vom heiligen Geist, noch von der christlichenLiebe diktirt. Luthers giftige Worte gegen die Juden waren für denPastor von St. Petri unleugbare Offenbarungen. Aus ihr sprachdas verknöcherte Lntherthum rein und unverfälscht, das eben so wenigHerz wie der von ihm angefeindete Papismus hatte, und sein Wesenin trockene Glaubensformeln setzte. Müllers Albernheiten und Lieb-losigkeiten gehören nicht ihm, sondern dem Bewußtsein der damaligenverrotteten lutherischen Kirche an. Müller wünschte die vollständige
1644 spricht und es widerlegt. Plausibler ist die Conjectur de Rossi's iUibl.Änbiobr. Üo. lö), daß Jak. Jeh. Leon Verfasser desselben sei, weil dieser inden vierziger Jahren in Middelburg gewohnt hat. Er hat auch ein Buch derDisputationen von äiksrsvbss IbsoloZos äs 1a Obristnaiuäaä. geschrieben.
U I. Müller in der genannten Schrift änckaisvaus Vorrede: „Es wird einBuch hier (in Hamburg) herumgeschleppt, in hebr.-hispanischer und nunmehrauch teutscher Sprache, dessen Titel ist nuvn.n pnn . . . von Isaak b. Abraham. . . welche Schrift dieses Ortes ziemlich bekannt ist . . . Ein solches giftigesBuch hat an einem vornehmen Orte übergeben ein schwatzhafter Juden-Arzt allhier, welcher sich große Kunst einbildet und wohl eher gesagt: sZoäostüssiiaain gusragus Obrisbiairorriiii possnra sontunäsrs. Selbige Schriftist in lat. Sprache weitläufig gestellt in Gestalt eines Gesprächs, welches einhisp. Rabbi mit einem chr. Theologo zu Middelburg . . gehalten. Dieses Buchspeit lauter Gift und Galle . . . , welche ich oolloguirwa NäääslburASnosnenne . . . und mögen wohl etliche Rabbiner daran gearbeit haben." Dergeschwätzige Arzt soll wohl Benjamin Musaphia bedeuten, wenn man damitdie Aeußerung Müllers bei Reils a. a. O. S. 399 vergleicht, wo es heißt: „Sie(die Juden) fordern die Ministerialen zum Disputiren heraus und klagen, daßNiemand unter denselben sei, der sie bestehen könne. So der Arzt Benjaminin seinem Buche Lxiovaata."