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10 (1897) Geschichte der Juden von der dauernden Ansiedelung der Marranen in Holland (1618) bis zum Beginne der Mendelssohn'schen Zeit (1750)
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Ansiedelung der Inden in Hamburg.

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vereinbarten Artikeln war, daß neue Ankömmlinge auch Aufnahmefinden sollten,wenn der hoch- und wohlweise Rath deren Quali-fication so beschaffen befindet, daß er dieselben in Schutz zu nehmenkein Bedenken findet". So vergrößerte sich die junge, halbgeduldeteHamburger Gemeinde von Jahr zu Jahr, und innerhalb eines Jahr-zehntes waren auch mehrere Kapitalisten zngekommen^). Die Ver-größerung der Gemeinde mit solchen Ansiedlern, die geradezu alsInden und nicht mehr als verkappte Portugiesen ausgenommen waren,machte eine neue Vereinbarung zwischen ihnen und dem Senate er-forderlich (1617), welche ihre Privilegien in geschäftlicher Beziehungerweiterte, aber in bürgerlicher beschränkte. Sie durften kein eigenesHaus oder Liegenschaft besitzen und mußten dieselben, wenn erworben,wieder veräußern. Eine Ausnahme wurde nur dem beliebten ArzteRodrigo de Castro wegen seiner viele Jahre geleisteten treuen Dienstezugestanden, aber nur für die Dauer seines Lebens; vererben durfteer sein Haus nicht. Synagogen durften sie immer noch nicht haben,und das zu ihrem Gebrauche taugliche Fleisch nicht ans Altona oderWandsbeck, sondern von weiter gelegenen Plätzen beziehen").

Indessen je mehr die portugiesischen Juden durch ihre Kapitalienund ihre geschäftliche Verbindung mit den bedeutenden, im Senatesitzenden Handelsherren Wichtigkeit erlangten, desto mehr durchbrachensie die um sie gezogenen Schranken einer engherzigen Gesetzgebung.Als die Bank in Hamburg gegründet wurde (1019 bis 1623), welcherdiese Stadt ihre auf fester Basis beruhende Handelsblüthe verdankt,haben mindestens zwölf jüdische Kapitalisten^) sich dabei mit ihrenFonds interessirt und mit daran gearbeitet, wie die Amsterdamer

*) Vergl. weiter unten.

-) Reils das. S. 381 fg.

°h Reils theilt das. S. 380 eine ihm von Herrn O. C. Geedechens zu-gekoinmene Notiz mit, daß vierzig portugiesisch, spanisch oder italienisch klingendeNamen der ersten Interessenten bei der Bankgründung unzweifelhaft portugiesischenJuden angehören. Allein das ist nicht so ausgemacht. Es gab damals inHamburg auch christliche Spanier und Portugiesen. Jüdischen Theilhabern ander Bank gehören ohne Zweifel an: 1) die Namen, welche auch in der Lolla.von 1612 Vorkommen und 2) welche mit echt jüdischen Vornamen verbundensind. Zu 1 gehören: Jo an Francisco Brand on (Lolis, No. 24); GonsalvoCardoso (No. 7); Diego Carlos (No. 9); Francesco Gomes (No. 23);Diego Gonsalvo da Lima (No. 16, der 1607 nach Hamburg gekommen ist,wie aus einer Notiz Bcndito's de Castro hervorgeht, Kayssrling in FrankelsMonatsschrift 1860 S. 97, Note 7); Henrico da Lima (No. 2); GonsalvoLopez (No. 22); Lope Null es (No. 2 bei Reils das. S. 378, nicht auf derLolin befindlich). Zu 2 gehören: Mardocha'i Abendana (im VerzeichnitzGeedechens); David Brando»; Abraham da Costa und Joseph Mendes-Gra etz, Geschichte der Juden. X. 2