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10 (1897) Geschichte der Juden von der dauernden Ansiedelung der Marranen in Holland (1618) bis zum Beginne der Mendelssohn'schen Zeit (1750)
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Geschichte der Juden.

Portugiesen an der Entstehung der überseeischen holländischen Handels-Gesellschaften. Den bedeutenden Handel Hamburgs mit Spanien undPortugal haben die portugiesisch-jüdischen Ansiedler allein begründet Z.Sie konnten daher darauf rechnen, daß die Herren des Senats, welchedas Regiment in Händen hatten, bei Ueberschreitungen der Artikel einAuge zudrücken würden. Am meisten lag ihnen daran, zum gemein-samen Gottesdienste zusammen kommen zu dürfen, und gerade das warihnen verboten. Auf ihre Unentbehrlichkeit vertrauend, richteten sieaber still eine Synagoge ein auf dem Platze genanntans der Herrlich-keit" (um 1626). Eliahu Aboab Cardoso war es, welcher diesesWagestück begann. Sie nannten sie Dulwnä Dbora. und beriefendazu einen Chacham Isaak Athias, einen Jünger Isaak Usiels^),aus Amsterdam.

Diese wohl einfache, aus zwei großen Zimmern bestehendeSynagoge hat sehr viel böses Blut gemacht und viel Aergerniß ge-geben. Der Kaiser Ferdinand II., der Schrecken der Protestanten,den es verdroß, daß die erzlutherische Elbstadt den Katholiken denBau einer Kirche versagte, richtete ein drohendes Schreiben an denSenat (28. Juli 1627), daß den Juden um des Handels willen eineöffentliche Synagoge gestattet werde, während den Römisch-Katholischendie Religionsübung verboten sei^). Mehr brauchte es nicht, um dielutherischen Fanatiker in Harnisch zu bringen. Wenn man den Judenfreie Religionsllbung nachgebe, so müsse man es auch den Katholikenund gar auch den Calviuisten einräumen, sagten sie. Allerdings eineerschreckende Conseguenz! Als das Ministerium oder der geistlicheConvent, welcher in Hamburg eine große Macht besaß, den Senatwegen Ueberschreituug der mit den Juden vereinbarten Artikel anfuhr.und dieser wieder die Juden zu Rede stellte, erklärten die Letzteren:sie hätten keine Synagoge, sondern lediglich Versammlungsorte, umdas Gesetz Mose, die Psalmen, die Propheten und andere Bücherdes alten Testaments zu lesen, allenfalls beteten sie auch darin fürdas Wohl der Stadt und der Obrigkeit. Der Rath beruhigte sichdabei, weil die Juden drohten, falls ihnen der Gottesdienst untersagtwerden sollte, würden sic sämmtlich Hamburg verlassen und ihre

Z Zeugniß des Raths und der Bürgerschaft, das. S. 380.

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de Lara erster Rabbiner von Hamburg gewesen wäre.

2) 6. Oaiatka. 0-siras.uia. sauobs. rssts-rrrats. x. 22, bei Schudt jüdischeMerkwürdigkeiten I. S. 373, Reils das. S. 394.