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10 (1897) Geschichte der Juden von der dauernden Ansiedelung der Marranen in Holland (1618) bis zum Beginne der Mendelssohn'schen Zeit (1750)
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Ansiedelung der Juden in Hamburg.

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Landstreicher oder wie Juden zu behandeln. Zn den heimlichen JudenHamburgs gehörte auch der zu seiner Zeit beliebte und gesuchte ArztRodrigo de Castro (geb. um 1560 in Lissabon, st. 1627 oder 1628^),der beim Wüthen der Seuche mit Selbstaufopferung an das Siechbettder von der Pest Befallenen eilte und Manchem das Leben rettete.Auch war de Castro ein geschickter Frauenarzt und hatte dadurch dasschwache, gerade auf Erregung von Sympathie oder Antipathie sostarke Geschlecht für sich gewonnen. Geschickte Aerzte waren damalsüberhaupt und noch mehr im deutschen Norden nicht häufig. AnderePortngiesen", wie sich die verkappten Marranen in Hamburg nanntenund genannt wurden, besaßen Kapitalien oder leiteten als Faktorenbedeutende Geschäfte spanischer und portugiesischer Häuser. Kurz, esschien dem Senat nicht thunlich, diese Portugiesen auszuweisen. Erverlegte sich daher anfangs der Bürgerschaft gegenüber auf ein officiellesDementiren: daß sich unter ihnen gar keine Juden befänden; spätergab er die Zahl derselben geringer an etwa sieben portugiesischeJuden,welche allhier Feuer und Rauch haben", das heißt Familien 2).Anfangs begnügte sich die Bürgerschaft mit dieser offiziellen Angabeund drang nur darauf, diePortugiesen" höher oder nach einemanderen Modus zu besteuern, worauf diese wiederum nicht eingehenmochten und ihre Kapitalien und Geschäfte nach Stade oder anderenbenachbarten Orten zu verlegen drohten. Dieser Streit um die Be-steuerung zog sich einige Jahre hin und artete in eine kirchlich-fanatischeGewissensfrage aus. Die in Hamburg am intolerantesten sich ge-bcrdende lutherische Geistlichkeit hetzte nämlich gegen die Duldung derPortugiesischen Juden und klagte den Senat geradezu der Pflicht-Vergessenheit an. Dieser, welcher nur den Handelsvortheil im Augehatte, die Juden darum nicht missen mochte und auch sein Gewissennicht beschweren oder vielmehr sich nicht unchristliche Gesinnung vor-werfen lassen wollte, wendete sich von der Hamburger Geistlichkeitdem Ministerium an eine höhere Instanz, an die theologischenFacultäten von Frankfurt a. O. und Jena^f. Die theologischenGründe, welche der Senat für die Duldung der Juden geltend machte,nehmen sich recht drollig aus und zeugen für die Verknöcherung desLutherthums in jener Zeit. Das Gutachten der Frankfurter Facultät^).

i) Oarraol^ bisloirs äss rasdioins falls x. 173; Kayserling zur Geschichteder jüd. Aerzte, in Frankels Monatsschrift 1856, S. 330 fg. S. Rießer BriefeG. I. S. 57.

") Reils das. S. 363 vom Jahre 1606.

b) Das. S. 370 vom 2. August 1611.

r) Vom 29. August 1611 das S. 371.

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