Manasse Ben-Israel.
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weder auf dem Gebiete der Wissenschaft, noch ans dem des Talmudetwas Nennenswerthes geleistet. Von Charakter war er schwankend,dem Einflüsse Anderer zugänglich, für Schmeichelei empfänglich unddaher unselbstständig Z. Diesem Manne war es gegeben, die Amster-damer Gemeinde fast siebzig Jahre, drei Menscheualter, zu leiten.Einschneidend wichtige Fragen sind an ihn herangetreten und fandenihn kleinlich, beschränkten Geistes, ohne Verständniß für die Ver-gangenheit und ohne Blick in die Zukunft. Aboab war wahngläubigwie die Menge, und anstatt sie zu leiten, wurde er von ihr mitgerisseu.
Bedeutender war allerdings Manasse Ben-Israel (geb. 1604,starb 1657 2), ein Kind der Amsterdamer Gemeinde, wohin sein Vaterdurch die Folterqualen der Inquisition gebrochen und aller Mittelberaubt gekommen war. Lernbegierigen Geistes bildete sich auch derjunge Manasse unter Isaak Usiel aus und brachte es in Kenutnißder Bibel und des Talmud, wenn auch nicht zur vollendeten Meister-schaft, so doch zur Gewandtheit und Eingelesenheit. Durch den ge-schichtlichen Wurf aufs Erlernen mehrerer Sprachen gewiesen — portu-giesisch als seine angeborene Muttersprache, hebräisch als nationaleMuttersprache, holländisch als Landessprache und auch lateinisch alsLiteratursprache, und noch mehr, im Ganzen etwa zehn, — verstandes Manasse, sich in allen diesen Zungen mit mehr oder wenigerVollendung in gehobenem Style mündlich und schriftlich auszudrücken.Von Natur redegewandt, bildete auch er sich zum Prediger aus, mitallen Licht- und Schattenseiten dieses Standes. Neigung und Anlagebefähigten ihn schon im fünfzehnten Jahre die Kanzel zu besteigen.Er wurde ein fruchtbarer Schriftsteller und er hat, obwohl jung ge-storben, unvergleichlich mehr als seine Collegen geleistet. War erauch eine hervorragende Persönlichkeit? Man sollte es eigentlich mitdiesem liebenswürdigen Manne, welcher der Judenheit einen sowesentlichen Dienst geleistet und eine Lebensaufgabe hatte, der er diegrößten Opfer brachte, nicht so genau nehmen, man sollte nicht unter-suchen, wie viel Antheil Schwärmerei und eine gewisse Eitelkeit daran
h So schildert ihn sein ernsterer College im Alter, Jakob SasportasNo. 68) an Josua da Silva: n">ii: m'2- 1.41 2»ni 1.4 171 11.41
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") Von Manasse Ben-Israel giebt es viele Biographien, die ausführlichsteund quellenmäßigste ist die von Kayserling im Jahrbuche für die Geschichte desJudenthums vom Institute der israel. Literatur, Jahrg. 1860 — 61, S. 87 fg.Ich beziehe mich auf diese Monographie und werde nur Neugefundcnes durchCitate belegen.