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10 (1897) Geschichte der Juden von der dauernden Ansiedelung der Marranen in Holland (1618) bis zum Beginne der Mendelssohn'schen Zeit (1750)
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Geschichte der Juden.

hatten. Aber die Geschichte ist eine strenge Richterin. Was seineZeitgenossen an Manasse bewunderten, war nicht sein tiefer Geist,nicht seine überwältigende, hinausgreifende Größe, sondern im Gegen-theil seine ruhige, sich anschmiegende, bescheidene Umgänglichkeit, seineinfaches Wesen. Er hat sich selbst ohne Unterschätzung und Ueber-schätzung richtig und kurz gezeichnet:Ich erfreue mich einer mittel-mäßigen Anlage, allerdings einer glücklichen, der Geschicklichkeit, miteiner gewissen Ordnung die Gegenstände beschreiben zu können, welcheder Wille ihr entgegenbringt" ^). Er hat keine großen und frucht-baren Gedanken in die Welt gesetzt, sondern die Geisteskinder Anderergehegt und gepflegt, sie wie seine eigenen behandelt. Er war mehrVielwisser als Denker. Obwohl er auch in der Profan-Literaturund der christlichen Theologie heimisch war, so hielt er doch zähe amüberkommenen Jndcnthume, nicht bloß an dem rabbinischen Wesen,sondern auch an der Kabbala und betrachtete wie seine minder ge-bildeten Collegen jedes Wort im Talmud und Sohar als eine tiefe,überschwängliche Offenbarung. Wie sie, war auch Manasse Ben-Israeldem Wahnglanben ergeben, der in ihm noch stärker hervortrat undseine Willenskraft anspornte.

So waren die Männer beschaffen, welche berufen waren, diejunge, unwissende, katholisirende und folgsame Gemeinde Amsterdamszu führen und zu belehren. Ihnen war eine große Macht gegeben.Wichtige Angelegenheiten wurden in gemeinschaftlichen Sitzungen desvon den Gemeindegliedern gewählten Vorstandes und des Rabbinats(>1aallmck) berathen und beschlossen. In religiösen Angelegenheitengaben die Chachams allein den Ausschlag, weil die Laien im An-fang wenigstens sich kein Urtheil zutrauten. Die Beschlüsse desRabbinats waren für die Gemeindeglieder bindend, Niemand durftesich dagegen auflehnen, weil das Regiment einen despotischen Charakterhatte. Die Behörden ließen dem Vorstande und dem Rabbinats-collegium vollständige. Freiheit, geistliche Strafen über ungefügigeMitglieder zu verhängen ^). Von dieser Freiheit und dieser Gewaltmachten die Vertreter einen nur allzu ausgedehnten Gebrauch. Siehatten von Spanien und Portugal den unseligen Eifer mitgebracht,den Glauben rein erhalten und Ketzerei ansrotten zu wollen. DasAmsterdamer Rabbinat hat die Neuerung eingeführt, religiöse Mei-

Z M. B. Israel Dstsdaa äs disbaolis.äas2g.r, Widmung an David Naßix. IV. unten: bis bstsaiäo dsl tordaas gas Zo^s äs Io raro, ras. solsrasatsäs aa InAsaio rasäioors, s.aa gastslies sa esorivrr eoa slAuas, äisposioioalas raatsrias gas ls. volaatsä 1s otrsos.

2) Uriel de Costa sxsraplsr llarasass vitas gegen Ende.