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Geschichte der Juden.
Prediger der ersten Synagoge nach Mose B. Arroyo erwählt. Erwar aber nicht einmal ein ausgezeichneter Kanzelredner; denn seineCollege» Aboab und Manasse Ben-Israel überstrahlten ihn bei weitem.Seine Predigten, das Einzige, was von ihm gedruckt wurde, habenWohl einen philosophischen Anstrich, aber keinen Gedankenkern. Auchwas Morteira sonst schriftlich hinterlassen hat — über die Unsterblichkeitder Seele, über die Wahrheit des Jndenthnms und Gottes Vorsehungfür sein Volk, zugleich zur Abwehr feindseliger Angriffe gegen dasJudenlhum und zur Widerlegung christlicher Dogmen — bietet nichtbesonders Originelles. Morteira folgte mir breitspurigen Bahnenund wiederholte nur das, was Andere vor ihm gedacht und aus-gezeichnet hatten. Selbst in der rabbiuischen Gelehrsamkeit hatte erkeine Meisterschaft nnd wurde von den zeitgenössischen Talmudistennicht als Autorität beachtet.
Noch viel weniger war sein College Isaak Aboab de Fonseca(geb. 1606 gest. 1693'). Er stammte ebenfalls aus Portugal, einemStädtchen Castro d'Ayre oder San Juan de Luz, nnd kam, wie esscheint, mit seiner Mutter, die ihn als Fünfzigerin geboren hatte, alsKind nach Amsterdam. Unter Isaak Usiel bildete er sich ans undlernte von ihm, was dieser bieten konnte, Kanzelberedtsamkeit, wennsich das überhaupt erlernen läßt. Aboab wurde ein ausgezeichneterund beliebter Prediger. Seine Art zu sprechen hat der kluge undvon geheimnißvollem Wohlwollen für die Inden erfüllte portugiesischeJesuit Antonio Vieira ans Lissabon sehr gut charakterisirt.Als er einst in Amsterdam war, Aboab und Manasse Ben-Israelpredigen hörte und gefragt wurde, wie er sie gefunden habe, antworteteer: „Der Eine sManasse) spricht, was er weiß, und der Andere weiß,was er spricht" °). Aber eine wohlgesetzte, eindringliche und anmuthendePredigt ist nicht immer die Frucht gediegenen Wissens und klarer Ucber-zeugnng. Wenigstens war es bei Aboab nicht der Fall. Er hat
') Seine Geburtsgeschichte und Lebensumliände giebt de Barrios DorsHorp. 20, 21, auch unter Aboab's Portrait (bei Wolf IV. p. 805): Haoio sir 8smäsu äs Uur: äsl Limo 1609 (1. 1606) pr. Usbrusr. murio äs säsä äs88 aimos sm 27 äs Vs-^äsr sm LoliLbbLb äsl silo 5453. Von seinem Familien-namen ä.L UovsssL wissen die Bibliographen nichts, und doch nennt er sichso in einer Approbation zur Uebcrsetzung Josephus ocmtrs. ^.pioirsm vonJoseph Semach Arias vom Jahre 1677: ^provs-oioir äsl MLAmttiso z?vsusiLbls 8s5or Isllso 2l.bus.I> äs UcmsssL, mslAvs prsäisLäor, zi Llssstro«n lL prlmers, Ostsärs. äs ssZrLäs, DllsoloZiL. Von seinen llebersetzungenund unbedeutenden eigenen Schriften bei den Bibliographen.
Mittheilungen bei Wolf Libliotllssa, III. p. 709: käsmasssir äiosrsMas ssist, ^.bosbum soirs, gnss äisst. lieber Vieira im 8. Kapitel.