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10 (1897) Geschichte der Juden von der dauernden Ansiedelung der Marranen in Holland (1618) bis zum Beginne der Mendelssohn'schen Zeit (1750)
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David Abenatar Melo.

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entflohen (16t l) nnd dem Lichte wiedergegeben, stellte er sich zur Auf-gabe, die Psalmen in spanische Verse umzngießen. Die traurigen undfrohen Weisen des Psalters belebten sich in seiner Dichterbrust zueinem ergreifenden Abbilde der Gegenwart; er verwandelte sie zueiner neuen Sangweise. Abenatar Melo widmete seine spanischenPsalmendem gebenedeiten Gott und der heiligen GenossenschaftIsraels und Judas, welche in langer Gefangenschaft durch die Weltzerstreut ist." Jenes erhebende Trinmphlied, welches zur Einweihungdes Tempels nach mehrjähriger Schändung in jauchzenden Chören,durchzuckt von schmerzlichen Erinnerungen (Ps. 30), gesungen wordenwar, bildete Melo in ein individuelles Danklied für seine eigene Be-freiung von den Folterqualen des Tribunals um:

Mich warf in tiefen Kerkers NachtDer Ketzerrichter SchreckgewaltDen Zähnen wilder Leuen hin.

Du hast die Freiheit mir gebracht,

Der Schmerz verrauscht, die Klage schweigt,

Weil ich ein reuig Herz gezeigt,

Hast Dich mir gnädig zugeneigt.

Weil ich Dir Besserung versprach,

Wenn die Erlösung mir genaht.

Erhörtest mich mit Deiner Gnad',

Und meiner Quäler Macht zerbrach.

Als meine Kraft schon fast vernichtet,

Da hast, o Gott, Du sie gerichtet.

Und als in schwerer Marter SchmerzDis Glieder sie mit Fesseln banden,

Daß in der Qualen UebermachtDen Freund ich, ja den Bruder morde,

Als Nacht umhüllt das zage Herz,

Zur Folter sie empor mich wanden,

Da fleht' ich die entmenschte Horde:

Nehmt nur dis Fesseln mir vom Leibe,

Und man verzeichne, und man schreibe,

Und ich will Euch gern gestehenMehr als Ihr von mir verlanget."

Seine Hoffnung auf die messiauische Erlösung kleidete DavidAbenatar Melo in ein inbrünstiges, wohlklingendes Gebet, das sichdem Herzen mit wohlthuender Wärme eiuschmeichelt^).

i) Melo's Psalmen sind gedruckt Franlfurt a. M. 1625; s. über ihn aus-führlich äs los Laos, Hstuäios sobrs los lluäios äs Lsxs.üa x. 521 fg.Katzserling, a. a. O. S. 169 fg. Diesen Dichter Melo darf man nicht identi-ficiren mit dem Olls-san und Prediger desselben Namens, der fast ein Jahr-hundert später gelebt hat: s. Note 6.