Zacuto Lusitano.
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Lande galt humanistische Bildung an sich schon als eine besondereEmpfehlung. Gebildete Inden verkehrten daher in Holland mitchristlichen Männern der Wissenschaft ans dem Fuße der Gleichheitund verwischten das Vornrtheil gegen den jüdischen Stamm. Einzelneunter ihnen erlangten einen europäischen Ruf und standen mit hoch-gestellten Persönlichkeiten in Verbindung. Abraham Zacuto Lusitano(geb. 1576, gest. 1642 *), Urenkel des Historikers und AstronomenZacuto (B. VHIg 368, IX„ 15), war einer der berühmtesten Aerzteseiner Zeit. Von marranischen Eltern in Lissabon geboren, hatte erschon im achtzehnten Jahre den Doktorgrad erlangt. Aber weder seinereichen Kenntnisse, noch seine Geschicklichkeit als Arzt vermochten ihngegen die lauernden Schergen der Jnguisition zu schützen. Glücklich»ach Amsterdam entkommen, konnte er ungehindert seiner Wissenschaftund dem Judenthume leben. Zacuto Lusitano stand in brieflicherVerbindung mit dem Fürsten Friedrich von der Pfalz und dessen ge-lehrter Gemahlin, jenem unglücklichen Eintagskönigspaare von Böhmen,das den Janustempel des dreißigjährigen Krieges aufschloß. Christlichewie jüdische Fachgenossen verkündeten sein Lob in Poesie und Prosa.Ans den Briefen und Versen an Zacuto Lusitano erkennt man nicht,daß Vorurtheile gegen Juden damals noch im Schwange waren. DieStatthalter der Niederlande, die Reihe der edlen Fürsten aus demHause Oranien-Nassau, Moritz, Heinrich und Wilhelm II., warenwie ihr Stammgründer Wilhelm I. wohlwollend gegen die Inden undbehandelten sie wie vollberechtigte Bürger. Auch die niederländischenGelehrten zollten den Gebildeten unter ihnen Achtung und verkehrtenmit ihnen wie mit ihresgleichen. Selbst die Peiniger der Marranenin ihren Ländern, die spanischen und portugiesischen Könige, bequemtensich nach und nach dazu, den Nachkommen ihrer gehetzten Opfer Ehrenzu erweisen, Amtsbefugnisse zu übertragen und ihnen die Consulats-geschäfte für ihre Staaten anzuvertrauen.
Die Anhänglichkeit der Amsterdamer Juden an ihre neugewonneneund mit so vielen Gefahren erkaufte Religion war tief empfundenund erneuerte sich beim jedesmaligen Eintreffen neuer Flüchtlinge undbei jeder Nachricht von dem Märthrerthum ihrer Brüder auf denScheiterhaufen des Jnguisitionstribunals. Diese tiefe Hingebungspiegelte sich in all ihrem Thun ab und verkörperte sich in Versen,die sie allerdings nur in der Sprache ihrer Peiniger dichten konnten.
Jener Dichter, welcher einst auf dem Sprunge stand, Mönch
i) Seine Biographie ist kurz angegeben im ersten Theil seiner medicinischenWerke von cks I,smos; auch LivArapliis univsr3s1ls s. v.