Note 4.
565
Terrorismus geradezu gezwungen wurden, den Sabbat zu verletzen. Der Rab-biner Isaak Lenczyc aus der kleinen Gemeinde Westhofen bei Straßburgtheilt ebenfalls seine Erlebnisse während der Schreckenszeit mit, daß Viele ge-zwungen wurden am Sabbat Feldarbeiten zu verrichten. In seiner Schrift-ri> nb-i-o, p. 30 heißt es: 7 , 1-721 7 - 717-217 - 2-2 ii-i>- 722 i' 2 ,i> 17271 i-omirib 12171722-7 77 - 22-1 1-71-2 2>-,22 112 - 1727 u-727 22 . . . 11-27 12127 -71 »7 721 - , 71-722 11 - 2-2
, 11,722 7hn7 o-oiin i-.i 27-712212 , 1121,222 bni 2-2 2-27 . 7 : 7- 2 x 1 .- 7-12 2 - 7-121
72-2-, .71712 721- P12',2I 77'^,27 72N7122 717221 711727 7'22 -" 2 H
272 -H,7 72 -' bni 277' P72 117717 P72 2-1-1-72 272' 2-12M7 72 I'7 ich 7P-1771 .1121727h- 712-7 lii 722N 7'7 i!7 22 . . . 17X175 1112712 IN ,77 7- 7-2-.l5 2ii 7-7227 711122 2i!712»' 77X 52X .2'272 '7 N7'I ,2-72 ,2I7'27 N7 2N 5x127 .117175 7272 7122 7'7 221 ,77',7,77>2272 '7 .1X7- -112 72 ,1',-chi» 222 2-X 21775 .1-^2 71-727 7717 717 '7 7,2-1 71227722-122 2127 -7X-21 ln 7171 7212,77 177 17-2- 2-227 -2 5x21 ,17277-1 '7 5x 2I2'7 ','2N77:(7"1,27 7121 2N2 '2 7- 1127 1"2 21-2) 2'2' 7I-N 5"7 222 712-21 7122
Der Grund der Einkerkerung Lenczyc' zeugt ebenfalls für Religionsverfolgung,weil er nämlich als Rabbiner fungierte, wie er in der Einleitung angiebt: 21,22
172'- 712L1 7-122 722 ,12-2-2 7-72- 7272' 7127 2 72172 2 271-7 7 N2 7-7 7-7 27N 11-5-77177 -727 5- 72N22 -7"7 22 .-712N 7-22 721-71 1227 72 271 '2>N7 5-
-271 -27 5-2 n -77 7-2 21 .2N2 "2 21- 7- 7 "1,2 7 1127 1"2 21-12 71127 712.71 7 2
5"1 o-i 7-7. Auch diese Verfolgung scheint sich nur auf die Umgegend vonStraßburg erstreckt zu habe». Jedenfalls hat in dem atheistischen Jahre eineNeligionsverfolgung gegen Juden in einigen Gegenden statt gefunden, die theilsgegen den Sabbat und die Festtage, theils gegen Gebet und Synagoge undendlich gegen die heiligen Schriften und hebräischen Bücher überhaupt gerichtetwar. Auch waren rabbinische Funktionen verpönt.
4.
Die Schmähschriften gttteratlkr gegen Juden und Indenthnmim Anfang des 19. Jahrhunderts i.
Die deutsche Litteratur ist die reichste an Schmähschriften gegen Juden.Seitdem die lateinische Sprach: aufgehört hat, den Gedankenoerkehr für dasPublikum zu vermitteln, sind die meisten und bedeutendsten Jnvektiven gegen denjüdischen Stamm und das Judenthum 'in deutscher Sprache verfaßt worden.Pfefferkorn, Eisenmenger und Schudt, diese Hauptlieferanten von Schmähartikelnfür Judenfresser, gehören Deutschland und der deutschen Litteratur an. Seit derZeit, als Pfefferkorn und die Dominikaner im Interesse des Klerikalismusantijüdische Pamphlete schleuderten, sind aber nicht so viele i» kurzer Zeit er-schienen, wie in den beiden Jahren 1803 und 1804. Sie bilden die Vorläufer desreaktionären Schriftthums seit 1815, welches sich gegen die Emancipation desJudenthums steifte. Ihre Verfasser waren von dem Instinkt inspirirt, daß dieGleichstellung der Juden auch in Deutschland zur Sprache kommen werde, undsie wollten ihr gleich im Werden entgegentreten. Sie gruppiren sich meistens um
sVgl. über den Gegenstand ferner: L. Geiger, Gesch. d. Juden inBerlin, II, S. 301—319, u. Ztschr. f. d. Gesch. d. Juden in Dtschl. III. S. 94,sowie M. Freudenthal, die judenfeindliche Bewegung in Preußen am Anfangdieses Jahrhunderts (in Brauns, Jahrbuch zur Belehrung und Unterhaltung,Jahrg. 1894), S. 15—54. Hiernach sind die Angaben der vorliegenden Noteberichtigt und ergänzt.)