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11 (1900) Geschichte der Juden vom Beginn der Mendelsohn'schen Zeit (1750) bis in die neueste Zeit (1848)
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Geschichte der Juden.

in Wien 1794, in deutscher Uebersetzung hinzugefügt, ohne den Adressaten zu be-zeichnen. Dadurch erscheint mancher Vorgang verdunkelt. Ter Adressat wardie Abbreviatur von Mibzv >ib der sich in Prag aufgehalten.

Dieser avn war ein kleiner Stellenjäger ä In Herz Homberg. Mendelssohn hatsich in jenem wie in diesem getäuscht. Durch den Aufenthaltsort dieses Avigdoraus Glogau ist auch der Rabbiner kenntlich, von dem in den Briefen öfter dieRede ist. So heißt es im V. Br. (S. 9i>): „Ich höre von Fürth aus, daßes gefallen, ap rnm 'r> 2 in .ivrm zu verbieten,

oder gar in rin zu thun, ohne daß man mir anzeigt: moi rmb: .12 ^-2

. . . Pflegt doch sonsten so übereilt nicht zu handeln". Unter „dem

Rabbiner Ihres Ortes" ist kein anderer als Ezekiel Landau zu ver-stehen, von dem auch in den andern Briefen, als dem Vers, des nn>-v pan, öfter dieRede ist. Es steht also fest, daß der Rabbiner von Prag dis Opposition gegenMendelssohn eröffnet hat, was dem Herausgeber der Mendelssohn'schen Schriftenunbekannt war. Was Mendelssohn an v. Hennings in Kopenhagen, ä. ä. 29. Juni1779, schrieb: „Der Rabbi zu Altona läßt vor der Hand seine Donnerkeileruhen ... Vielleicht um sie bei einer günstigeren Gelegenheit, wenn er erst das ganzeWerk vor sich haben wird, mit mehrerem Gepolter wieder aufzunehmen" (beiKayserling, M. Mendelssohn re. S. 521), das bezieht sich auf Raphael Kohen,welcher damals bereits Rabbiner der Drei-Gemeinden war. Wir kennen alsozwei Hauptgegner der M.'schen Pentateuch-Uebersetzung, welche die BiographenMendelssohns mit Stillschweigen übergingen. Es ist daher nicht befremdend,daß sie die chronologische Reihenfolge der das Interdikt betreffenden Briefevernachlässigt haben. Wir müssen uns ein wenig damit beschäftigen.

Vorher seien die Biographica Raphael Kohen's erwähnt. Sie sind größten-theils zusammengestellt in der Schrift: >bbp 2 , Schluß des Sammelwerkes

p-ar a:a (1805), von Lazar Riesser in einem preziösen Style geschrieben.Nach derselben ist Raphael Kohen 24. Marcheschwan 5483 -- 4. Novbr. 1722geb. (p. 4) und 26. Marcheschwan 5564 — 11. Novbr. 1803, im Alter von81 Jahren (p. 26i gest. Im Jahre 1742 wurde er Vortragender Talmudlehrerin Minsk, noch kaum 20 Jahrs alt; 1744—1747 Rabbiner in Nakow (bei Minsk);1747—1757 in Wilkomierz (nördlich von Wilna); 1757—1763 Rabbiner desMinsker Kreises (das. p. 5 b. 7 b); 1763—1771 Rabbiner von Pinsk (das. 8b).Im letzgenannten Jahre reiste R. Kohen nach Berlin, um sein Decisions-Werk;immp' nam zu drucken. Tischri — October 1772 trat er das Posener Rabbinatan (das p. 11 b). Tammus 1776 wurde er zum Rabbiner der Drei-Gemeindenberufen (das. x. 12). An seiner Stelle wurde sein junger Schwiegersohn HirschJanow, gewöhnlich R. Hirsch Charis genannt, zum Rabbiner von Posenerwählt, der etwa von Juli 1776 bis um Febr. 1777 in Posen fungirte unddann nach Fürth berufen wurde (s. Perles, Geschichte der Juden in Posen, S. 126>:In dieser Zeit, kurz nach Raphael Kohen's Uebersiedelung nach Altona-Hamburg kam Salomon Maimon als Bettler nach Posen, nahe vor denjüdischen Feiertagen (Lebensgeschichte, I, S. 278 fg.). Lassen wir Maimonerzählen: „Da ich mich erinnerte, daß vor einigen Jahren ein Oberrabbineraus meiner Gegend (Litthauen) zum Oberrabbiner von Posen ausgenommenworden, und dieser einen Bekannten und guten Freund von mir als Schreibermitgenommen hatte, so fragte ich nach diesem Freunde. Zu meinem größten

>) Falsch giebt Kayserling an (a. a. O. S. 300), daß der Adressat der 5Briefe Chanoch gewesen wäre.