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11 (1900) Geschichte der Juden vom Beginn der Mendelsohn'schen Zeit (1750) bis in die neueste Zeit (1848)
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Michael Sachs.

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als mit dem Kopfe arbeitete, war er nicht im Stande, die biblischeExegese auf fester Grundlage anfznbauen. Die Eröffnung neuer Bahnendafür fiel christlichen Forschern zu.

An dem regen Eifer und der Rührigkeit, die verschütteten schönenGestalten der jüdischen Vergangenheit auszugraben, sie von der ent-stellenden Kruste zu säubern und ins rechte Licht zu setzen, nahmSachs einen lebhaften Antheil. Drei Organe waren besonders dafürthätig, die Zeitschriften Korsin Olismsck und X!on in hebräischer undderOrient" in deutscher Sprache. Jung und Alt lieferte Bausteinezum Aufbau eines jüdischen Ruhmestempels; aus allen Theilen Europasliefen Beitrüge dazu ein. Die vierziger Jahre waren für den viel-seitigen Anbau der jüdischen Wissenschaft besonders fruchtbar. Eswar nicht müssige Gelehrsamkeit, sondern Herzensdrang, der dazu autrieb,den augenscheinlichen Beweis zu führen, daß das Judenthum zu allenZeiten mit der Gesittung Hand in Hand gegangen sei. Die jüdisch -spanische Geschichtsepoche übte eine besondere Anziehungskraft aufdie jüdischen Forscher ans. Sie zeigte, was die Inden an Gedanken-reichlhum und schöner Formgestaltung geleistet haben und zu leistenvermögen. Die jüdische Wissenschaft sollte zugleich als Apologie gegendie Verächter der Juden und des Judenthums und als Ideal zurErweckung des Nacheifers dienen. Diese glänzende spanische Geschichts-epoche war aber nur den jüdischen Forschern und diesen auch nur inrohen Massen und Bruchstücken bekannt. Sachs unternahm es, darausein organisches Ganzes, ein schönes Gesammtbild zu gestalten und mitseiner beredten Sprache auch Fernstehende dafür zu gewinnen. Seinereligiöse Poesie der Juden in Spanien" (1845) Z bietetmehr als der Titel anzeigt. In gelungenen, anziehenden Schilderungenführte Sachs die Reihenfolge der Erzeugnisse des jüdischen Geistesvondem schmerzlichen Beben der aus ihrem lebendigen Zusammen-hänge gerissenen Glieder" nach der Zerstörung des einigenden Mittel-punktes durch die Römer bis zur blüthenreichen Entfaltung der neu-hebräischen Poesie in Spanien vor. In anschaulicher Lebendigkeit ließer die Dichtergestalten Gebirol's, Jehuda Halevi's aus ihren Gräbernerstehen und ihre Sangesweisen dem gegenwärtigen Geschlechts wieder-holen. Die gebildete Welt wurde durch Sachs auf den Reichthum und dieSchönheit der jüdischen Litteratur des Mittelalters aufmerksam; selbstHeine war davon ergriffen und weihte ihnen seine vergoldende Feder ^).

Erschienen in Berlin 1845.

'-) Bekanntlich hat Heine die Note IV. zu seinem Romanzero aus Sachs'religiöser Poesie" S. 287 copirt, und das BildJehuda ben Halevi" indemselben nach Sachsens Schilderung gemalt.