Die Rathlosigkeit.
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ComitS forderte die Gesammtjudenheit Europas auf, Beiträge zu-sammenzuschießen, um einen Stock zu gründen, damit den WehrlosenSchutz gewährt werden könne gegen Verfolgungen, von welcher Seitesie auch ausgehen mögen. Auch zu diesem Zwecke ist in England undvon anderen großen und kleinen Gemeinden gespendet worden ^).Aber dieser Vorschlag entsprach ebensowenig, wie viele andere, diedamals gemacht wurden, darunter auch einer, für Montefiore einStandbild zu errichten, dem Hanptbedürfniß. Ein einziger zweckent-sprechender Vorschlag wurde damals angeregt, aber nicht beachtet.„Nicht durch prunkende Geschenke, noch durch laute Feste können wirunsere Dankbarkeit an den Tag legen; in dem sich kundgebenden Geisteder Einzelnen und in den Bestrebungen der israelitischen Theologen,diese große That der Geschichte als eine echt religiöse unseren jähr-lichen Festen anznschließen, würden wir das schönste Denkmal jenenMännern errichten. Unserem Chanuka- und Purim-Feste müßte esgleich stehen; denn an denselben, könnte man sagen, wurde Israelkörperlich befreit, hier aber geistig" 2). Und in der That, das Juden-thnm kannte von jeher kein wirksameres Mittel, seine Befreiungs- undSiegestage zu feiern und in den zukünftigen Geschlechtern Nacheiferzu wecken, als Gedenktage einznsetzen, die zerstörende Zeit zur Hüterinder Geschichtsbegebenheiten zu machen. Hätte der gewandteste Meister derhebräischen Sprache, Isaak Erter, seine begonnene Erzählung von derVerfolgung und der Befreiung in Damaskus im schlichten Bibelstyl voll-endet, und hätten die Stimmführer der Judenheit sich unter einandervereinbart, den wichtigsten Tag in diesem Damaskus-Ereigniß alljährlichzu feiern und diese „Rolle" (LIsAiUnd) öffentlich vorzulesen, so wäredie dauernde Erinnerung an dasselbe gesichert und es wäre zugleichein Mittel gewesen, das Band der Zusammengehörigkeit von neuemzu befestigen. Freudigen Herzens hätten die Juden Asiens und Afrikas,die Juden auf dem ganzen Erdenrunde eine solche Feier mit nationalerFärbung angenommen. Munk, dessen Stimme damals von Gewichtwar, ermahnte: „Möge der grausige Vorfall von Damaskus wenigstensdazu dienen, uns unsere Vereinsamung zum Bewußtsein zu bringen,die zwar betrübend, aber unglücklicherweise eine Thatsache ist. Möchte eruns zeigen, daß wir in gefahrvollen Lagen unserer eigenen Kraft über-lassen sind, und möchte das Band, das uns ehemals einigte, sich vonneuem befestigen"
*) Allg. Zeit, des Judenthums, Jahrg. 1841, S. 34 und Beilage zu Nr. 24.
2 ) Orient, 1841, S. 10.
3) S. oben, S. 447, Anmerkung
4) ^rodivss l8i'a,ölitS8, Jahrg. 1841, p. 234.