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11 (1900) Geschichte der Juden vom Beginn der Mendelsohn'schen Zeit (1750) bis in die neueste Zeit (1848)
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Patriotische Kundgebungen. 5«>3

dem Londoner Coinite Geldbeiträge zngestellt. Ein hervorragenderjüdischer Gelehrter hatte die Scheinbeweise für den Blntgebrauch derInden aus dem Talmud nach allen Seiten hin gründlich widerlegt.Die jüdischen Tagesblätter hatten gegen die judenfeindlichen Ausfälleund Lügen muthig angekämpft. Das war Alles, was in Deutschlandzur Ehrenrettung geschehen war. Riesser hätte sich sehr wohl Monte-fiore und Cremieux anschließen und als Vertreter der deutschen Juden-heit nach Egypten gehen können, um dort ein beredtes Wort zu sprechen.Es war nicht einmal ein Vorschlag dazu gemacht worden. Ein Rabbinerhatte sogar aus Privathaß gegen die Talmudisten den Judenfeindenzugestanden, daß der Talmud menschenfeindliche Aeußernngen enthalte *).Um so mehr fühlten einige gesinnungsvolle Juden in Deutschland dieNothwendigkeit einer Kundgebung ihrerseits. Riesser wollte zusammenmit einigen Freunden Vereine stiften, durch welche die Juden der vierHauptländer Europas den beiden Vertretern eine öffentliche Aner-kennung bereiten sollten 2 ). Allein diese Kundgebung unterblieb. Uebcr-hanpt wurde das dreifache Bedürfniß der Gemüther sehr unvollkommenbefriedigt, weil nicht die rechten Wege eingeschlagen wurden. Monte-fiore's Verdienste wurden allerdings mit berauschender Begeisterungbei seiner Rückkehr in der Londoner Synagoge gefeiert; ein eigenerDankgottesdienst für den göttlichen Schutz und Beistand wurde ge-halten (2. Purimtag 8. März 1841 Ein silbernes Kunstwerkwurde ihm znm Andenken überreicht. Eine noch größere AuszeichnungWurde ihm von der Königin Victoria zu Theil. Sie belohnte ihnmit einem Ehrenwappenzeichen (24. Juni), das nicht nur ihm, sondernauch seinem Stamme eine hohe Bedeutung verlieh. Er durfte zuseinem Ritterwappen Wappenschildträger (Kupporters), wie sie nurdie Pairs von England und Personen vom höchsten Range führendurften, hinzusügen; nämlich eine Flaggenstange mit einem Löwenund einem Hirsch und daran eine Fahne mit der hebräischen InschriftJerusalem". Noch bedeutungsvoller als dieses Kinderspiel fürGroße waren die Worte der Königin, welche die huldvolle Aus-

r) S. Allg. Ztg. des Judenthums, 1840, S. 339.

Das. S. 611.

Die hebräischen Gesänge mit Uebersetzung wurden gedruckt unter demTitel: Orcler ob Lsrvios to be observscl in rbs sxnagogns ob spauisb anüportngness cksws . . . tbs 15tb -4ilar 5601, 8 illarob 184>, besing' tbs «lag-appoiutecl kor a general tbanbsgiving to ^Imigbh- Ooü tdr bis äivine pro-tection to bis psopls Israel, so signail)- manilssteck in tbs suecsss rvbiebattsnckeä sir illoses 21ontsüore . . in bis illission to tbs biast. (Vgl. Allg.Ztg. d. Judenthums, 1841, S. 207.)