Crsmieux-Schulen in Egypten.
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überstellte. Er ermunterte sie, sich aus dem todesähnlichen Schlafeaufzuraffen und Schulen anzulegen, worin ihre Kinder zur Kenntnißdes Judenthums und des jüdischen Schriftthums, aber zugleich zur Er-langung allgemeiner Schulbildung und gemeinnütziger Kenntnisse an-gehalten werden sollten. Munk that für die egyptischen Juden, wasWessely für die europäischen gethan hatte. Aber er wurde dafürnicht mehr wie dieser verketzert. Im Gegentheil, der Rabbiner vonAlexandrien war der Erste, der die Hand dazu bot, der Arme, derdurch die Verarmung der Gemeinde keinen Gehalt beziehen konnte.Ein angesehener Jude Valensino stellte sich an die Spitze eines Ver-eins, welcher die Gründung von Schulen und die Beaufsichtigung desUnterrichts übernahm. Dann begab sich Crsmieux mit Munk nachKairo. Hier bestand eine große Gemeinde von etwa 300 Familien,davon Waren aber nur etwa zwölf sehr reich und fast 200 lebten vonAlmosen. Auch hier war der Rabbiner Mose Joseph Algasi, einGreis von sechsundsiebzig Jahren, und ein angesehener Mann Addamit ganzer Seele für die Gründung von Schulen. Durch die Be-mühung dieser und anderer Männer konnte in kurzer Zeit in Kairoeine Knaben- und eine Mädchenschule eröffnet werden (4. Oct.). Sieführten den Namen Cromieux-Schulen. Der Anreger versprachaus Europa jährlich 6000 Fr. Zuschuß zu verschaffen, weil die Ge-meinde nicht im Stande war, sie aus eigenen Mitteln zu unterhalten.Munk brachte bei dieser Gelegenheit eine wichtige Versöhnung zuStande. Er setzte es gegen den Eifer einiger Stockfrommen durch,daß auch die Kinder der Karäer, von denen es in Kairo nur nochhundert Seelen gab, zu den Schulen zugelassen wurden. Der Rab-biner Algasi unterstützte auch diese Neuerung ^), welche ein Schrittschien, die Brüderlichkeit zwischen Rabbaniten und Karäeru wieder her-zustellen. Dadurch angeregt, erließ der Großrabbiner (Chacham Baschi)Mose Fresco ein Rundschreiben (28. Oct.) an die türkischen Ge-meinden, daß es Pflicht der Inden sei, die Landessprache, das Tür--kische, zu erlernen, um dem Wunsche des Sultans entgegenzukommen,der sie durch seinen Hatti-Scherif-Ferman aus der Niedrigkeit erhobenhabe. Die Mischsprache, in der dieses Rundschreiben des ChachamBaschi (altspanisch, mit hebräischen und türkischen Wörtern) abgefaßtist, machte die Nothwendigkeit für die Inden, sich einer reinen Sprachezu bedienen, recht augenfällig 2).
Indessen waren diese Anfänge lediglich in Wüstensand ausgestreuterSame, dessen Wurzelung und Wachsthum zweifelhaft war. Sie
si Vgl. darüber Jost's Annalen, Jahrg. 1840, Nr. 52; 1841, S. 84, 124.
2 ) S. das Original in der Allg. Ztg. des Judenthums, Jahrg. 1841, S. 16 f.
Graetz, Geschichte der Juden. XI. 32