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11 (1900) Geschichte der Juden vom Beginn der Mendelsohn'schen Zeit (1750) bis in die neueste Zeit (1848)
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Geschichte der Juden.

ist vollständig erwiesen worden. Die Religionsbücher der Juden sindaußerdem von kundigen Männern untersucht worden, nnd das Ergeb-niß der Prüfung hat gezeigt, daß den Juden sogar der Genuß vonThierblut verboten ist, geschweige denn derjenige von Menschenblut.Wir können daher nicht zngeben, daß die jüdische Nation ferner ge-quält nnd belästigt werde, wir wollen vielmehr, daß sie laut desHatti-Scherif von Gül-Hane dieselben Gerechtsame wie die andernNationen genieße. Sie soll daher in unserm Reiche geschützt nnd ver-teidigt werden. Wir haben daher die gemessensten Befehle gegeben,daß die Juden in unserm Reiche von Niemandem in der Ausübungihrer Religion und überhaupt in ihrer Ruhe gestört werden sollen" ^).

Crsmieux wählte sich ein anderes Feld der Thätigkeit als Moute-fiore. Das Damascener Märtyrerthum hatte die unerwartete Wirkung,daß die lose Verbindung zwischen den Inden Europas und denen desMorgenlandes fester wurde. Die Letzteren sahen mit Bewunderung,wie viel ihre europäischen Brüder durch Bildung, Einfluß und Muthdurchzusetzen vermochten, und wie sie von den Fürsten und Großenmit Auszeichnung behandelt wurden, während sie selbst bei jedemStreiche widerstandslos den Rücken beugen mußten. Diese Bewun-derung benutzte Crsmieux zu einem Versuche, die egyptischen Inden,wenigstens die der beiden Hauptstädte Alexandrien und Kairo, ans ihrerUnwissenheit zu reißen und für Gesittung empfänglich zu machen.Ihre Unwissenheit, selbst im jüdischen Schriftthum, eine Folge desmaßlosen Druckes von Seiten des Pascha und der Unterbeamten sowie der unsäglichen Verarmung, war zugleich die Ursache ihrer tiefenVerachtung bei Mohammedanern und Christen. Von dieser Schmachgedachte Crsmieux sie zu befreien, und er wurde darin aufs Kräftigstevon Salomon Munk unterstützt, der wie vorherbestimmt dazu schien,die Mittlerrolle zwischen den europäischen und den egyptischen Inden,zwischen der Vergangenheit und Gegenwart, zu übernehmen. Munkrichtete ein beredtes hebräisches nnd arabisches Sendschreiben (v. 16. Elul")an die Inden Egyptens, worin er Beispiele des ehemaligen Glanzesder Juden in diesem Lande, zur Zeit des zweiten Tempels in denTagen Philo's und nachher zur Zeit Maimuni's, als sie an der Spitzeder jüdischen Geistesbestrebungen standen, dem Schatten des gegen-wärtigen Elends der Juden, der Folge ihres geistigen Verfalles gegen-

st 4.rebives Isr., 1840, p. 681.

) Munk's Aufruf in Ziou I, p. 76 f. in hebräischer Sprache und in arabischerSprache, Orient, Jahrg. 1841 Litbl., col. 106, die deutsche Uebers. das. Nr. 6.sVgl. Munks Brief an s. Schwester, 4. ä. Rom, 27. Novbr. 1840, mitgetheiltnon Braun imJahrb. s. jüd. Gesch. u. Liter." Bd. II (18W), S. 107s.