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11 (1900) Geschichte der Juden vom Beginn der Mendelsohn'schen Zeit (1750) bis in die neueste Zeit (1848)
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Weitere fürsorgliche Schritte.

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man sagt wegen Verraths. Einer der boshaften französischen Ver-folger der Juden in Damaskus, Franaois Salins, wurde von derMenge in Stücke zerrissen. Die fanatischen Katholiken dieser Stadt,welche unter Mehemet Ali sich so viel Ungerechtigkeit erlauben durften,waren gedemüthigt oder fühlten sich gedemüthigt, weil der angeseheneJude Raphael Farchi wieder in sein Ehrenamt als Beisitzer der Stadt-räthe eingesetzt worden war. Da sie die Inden nicht mehr folternlassen konnten, so kühlten sie ihren Haß dadurch, daß sie einen Kreuz-zng gegen sie anzuregen versuchten. Der Vertreter des griechischenPatriarchen, der Vicar des heiligen Landes, und der Vicar des katho-lischen Patriarchen, der armenische Bischof Vantabiet, der syrischeBischof Jakob, der Priester Marnni, kurz, die Vertreter dreierchristlicher Sekten, die einander spinnefeind waren, vereinigten sich, umvon neuem eine Verläumdung gegen die von allen dreien gleich ge-haßten Juden zu schlendern.Die Juden von Damaskus hätten sicherlaubt, die Christen gröblich zu beleidigen, zu beschimpfen und ihnenalle Arten von Dcmüthigungen znzufügen. Mehrere Christen hättenKlagen wegen des schlechten Betragens der Inden erhoben, wegen ihresabscheulichen Betragens, welches alle Christen demüthigt" Indessenhatte die Mehrzahl der europäischen Christenheit die Wahrheitsliebeder Damascener Geistlichkeit gar zu gut kennen gelernt, um ans diesenerheuchelten Jammer viel zu geben. Die Häupter des Katholicismusschämten sich hinterher sogar, sich in der Damaskus-Geschichte bloß-gestellt zu haben.

Die jüdischen Gesandten glaubten ihre Aufgabe noch nicht genügendgelöst zu haben, wenn sie nicht, so viel sie vermochten, einer Wieder-holung solcher die ganze Judenschaft brandmarkender Vorfälle vorzn-bengen versuchten. In der Voraussicht, daß Syrien mit Damaskuswieder zur Türkei geschlagen werden würde, begab sich Montefiore nachConstantinopel, knüpfte mit der Pforte, an die er ebenfalls gutempfohlen war, Unterhandlungen an, erhielt mit einigen angesehenenInden der türkischen Hauptstadt eine Audienz beim Sultan und er-langte einen Ferman (6. Nov.) von demselben, welcher die türkischenInden in der Zukunft gegen Blntanklagen sicher stellte. Der Fermanerklärte: Ein altes Vorurthcil bestand gegen die Inden, daß sie Menschen-opfer brauchten, um Blut für ihre Osterfeier anznwenden. Durch dieseVerläumdung sind die Juden von Damaskus und Rhodns Qualenansgesetzt worden. Die Falschheit der Anklage gegen die von Rhodns

y ^.relüves Israelites, Jahrg. 1841, p. 190. Vgl. Farchi's Schreiben anMontefiore, Israelit. Annalen, Jahrg. 1841, S. 233 ff., 243 ff.