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Geschichte der Juden.
Montefiore schrieb daher an das jüdische Comits, das unter VorsitzHananel's de Castro in London bis zur Austragung zusammenblieb:„Ich bin überzeugt, daß gar keine Schmierigkeit stattfinden würde,wenn sich der französische Ministerrath den übrigen anschlösse, undfühle, daß in Paris durch Lord Palmerstons Einwirkung auf Thiersso viel geschehen kann, als in Alexandrien, da das französische Inter-esse unfern Wünschen entgegen ist". Durch Mehemet Ali's Schwankenschleppte sich die Sache drei Wochen hin. Die jüdischen Gesandtenerhielten keine entscheidende Antwort. Sie waren aber nicht entmnthigt,sondern sannen ans neue Mittel, zum Ziele zu gelangen. Cramienxkam auf das Richtige. Sämmtliche europäische Consnln, oder so vielsich ihrer dazu bereit erklären würden, sollten in einer Bittschrift dieFreilassung der Gefangenen in Damaskus fordern. Neun Consnlngingen darauf ein; nur der französische nicht. Mehemet Ali erhieltaber Nachricht von der vorbereiteten Bittschrift, und entschloß sich, umnicht den Schein aufkommen zu lassen, als ob er dem Drucke derfremden Mächte durch deren Vertreter nachgegeben habe, den Befehlnach Damaskus abgehen zu lassen (28. August), daß die Gefangenensofort auf freien Fuß gesetzt werden sollten.
Bei der Nachricht davon eilten Montefiore und Cramieux vollFreude zu Mehemet Ali, und zwischen dem Pascha und Crsmienx ent-spann sich folgendes Zwiegespräch: „Nun, wie fühlen Sie sich heute?"„Ich fühle mich glücklich." — „Ich bin froh etwas für Sie gethanzu haben. Ich habe bereits befohlen, meine Beschlüsse in Wirksamkeitzu setzen." — „So mögen Ew. Hoheit bedenken, daß sechs MillionenIsraeliten, die über die ganze Erde zerstreut sind, sich mit mirvereinen, ihre Wünsche und Gebete für Sie gen Himmel schicken, undder Himmel Pflegt das Flehen der Dankbarkeit zu erhören." — „Gottwolle es." — „Er wird es wollen! Beweist uns nicht die Geschichte,daß Gott immer diejenigen Fürsten beschützte, die den Juden Schutzgewährten? Er wird in dieser ernsten Zeit über Ew. Hoheit wachen.Darf ich die freudige Nachricht den Juden von Alexandrien und unfernarmen Brüdern von Damaskus mittheilen?" — „Gewiß, meine Be-fehle sind bereits gegeben, und auch die Consnln sollen davon in Kennt-niß gesetzt werden. Längst durchschaute ich diese Angelegenheit; gleichini Anfänge befahl ich die Tortur einznstellen, und seit deni TageIhrer Ankunft hat mich diese Sache oft beschäftigt." Die beiden Ge-sandten und ihre Begleiter waren voll seliger Freude. Schon halltendie drei Synagogen Alexandriens von Dankgebeten und Segenswünschenfür Mehemet Ali und alle die wieder, welche, wie Metternich und dieösterreichischen Consnln Laurin und Merlato, Theil an der Befreiunghatten. Sie alle waren freudig erregt.