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11 (1900) Geschichte der Juden vom Beginn der Mendelsohn'schen Zeit (1750) bis in die neueste Zeit (1848)
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Christliche Versammlung in London.

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lnng den Schein einer Thatsache erhalten habe. Gegenüber der gesinnungs-losen, klerikalen, französischen, und feilen deutschen Tageslitteratur wardieser Eid nicht überflüssig. Katholische Wühler in Frankreich undBelgien besudelten die Juden wenigstens aus einem allerdings ver-werflichen, aber doch erklärlichen Grunde und mit dem angelegtenPlane, die freien Gewissen wieder in ihre Netze einzufangen. DeutscheSchriftsteller thaten es aber aus niedrigen Beweggründen, um das Un-glück als eine Erwerbsquelle ausznbenten. Ein gewisser vr. Phili-ber t hatte an das Rothschild'sche Haus in Paris ein Schreiben ge-richtet, des Inhalts, daß er gegen eine große Geldsumme in euro-päischen Blättern zum Vortheile der Damascener Juden berichten wolle,daß er aber bei verweigertem Sündenlohn die öffentliche Meinungin entgegengesetztem Sinne bearbeiten werdeDieses deutsche Schreiber-gcsindel ist von den Juden mit Verachtung zurückgewiesen worden.Sie konnten der eigenen Kraft und der Macht der Wahrheit vertrauenIn seinen Hoffnungen getäuscht, fiel das feile Schreibergesindel überdie Inden her und vermehrte die Zahl der Lügen und Verleumdungen,welche über diese Damascener Mordgeschichte ohnehin in Umlauf ge-setzt war. Darum waren diese Rabbinen gezwungen, ihren Stolz einwenig zu vergessen und sich dazu herabzulassen, etwas zu beeiden, wasklar wie das Sonnenlicht war.

Wenn indessen die Juden in der französischen und deutschen Tages-litteratur mißhandelt wurden, so gab ihnen England eine Genugthnnng,die im Stande war, alle Leiden der Juden während der letzten fünf-zehn Jahrhunderte, seit der Herrschaft des Christenthums, vergessen zumachen. Angesehene Kauflente, Inhaber großer Bankhäuser und Par-lamentsmitglieder, 210 Männer, richteten an den Lord-MayorMarschall das Gesuch, eine öffentliche Versammlung zu berufen, umihre Gefühle und ihren wahren Antheil in Hinsicht der Verfolgungder Juden in Damaskus anssprcchen zu können. Der Lord-Mayor,selbst von diesem Wunsche erfüllt, ging darauf ein, und so kam eineglänzende Versammlung in London im Mansio»-House in der egyp-tischen Halle, am 3. Juli zusammen, welche an sich ein großer Siegwar. Viele Damen von Stande hatten sich als Znhörerinnen ein-gefnnden. Dec Vorsitzende Thompson bemerkte gleich im Eingänge:daß die Inden von Damaskus in ihrer Handlung ebenso achtnngs-wcrth sind, wie die unter uns in England wohnenden. Und vondiesen erlaube ich mir zu sagen, daß Keiner unserer Mitbürger eifrigerbemüht ist, Humanität zu befördern, Armen und Bedrückten zu helfen.

U S. Löwenstein a. a. O., S. 9! fg.