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11 (1900) Geschichte der Juden vom Beginn der Mendelsohn'schen Zeit (1750) bis in die neueste Zeit (1848)
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Geschichte der Juden.

Cremieux war in London eingetroffen und bei der Versammlung anrwesend, um mit ihr gemeinschaftliche Schritte zu berathen. Es wa-eine beachtenswerthe Erscheinung, diese Einmüthigkeit hochgestellterJuden, sich ihrer verfolgten Brüder anzunehmen und für die Lauter-keit ihrer Lehre und selbst des Talmud einzutreten. An einem unddemselben Tage (l. Mais begab sich Crvmieux zum König von Frank-reich, Louis Philipp, und eine jüdische Deputation zum englischenMinister Lord Palmerston, um den Schutz dieser Länder für dieOpfer in Damaskus anzurufen.

Louis Philipp antwortete gerührt, aber ausweichend:Ich kennedie Begebenheit nicht, von der Sie sprechen; aber wenn es auf irgendeinem Punkte unglückliche Juden giebt, die den Schutz meiner Regie-rung anrufen, und wenn diese etwas durchzusetzen vermag, so werdeich Ihrem Wunsche entsprechen" ^). Ob diese Erklärung damals ernst-lich gemeint war, kann man bei diesem diplomatisirenden Könige nichtwissen. Es wurde allerdings ein Viceconsul nach Damaskus abge-ordnet, der die Sache untersuchen und Bericht erstatten sollte. Aberes war eine untergeordnete Persönlichkeit, die, wie vorauszusehen warRatti-Menton leicht täuschen konnte, oder der er gar entgegen treten,durfte. Lord Palmerstons Antwort war ehrlicher. Er gab der jüdi-schen Deputation, die ihm volle Beweise von der Unschuld der An-geklagten in Damaskus und Rhodus vorgezeigt hatte, das Versprechen,daß er sofort dem englischen Gesandten in Constantinopel sowie demConsul in Alexandrien werde Ermächtigungen zugehen lassen, allesaufzubieten, um der Fortsetzung solcher Grausamkeiten Einhalt zu thun.Von einer dritten Seite wurden zwar weniger geräuschvolle, aber viel-leicht noch wirksamere Schritte gethan, um eine günstige Wendung her-beizuführen, von Wien und dem österreichischen Cabinet aus. Derösterreichische Consul Merlato in Damaskus war der einzige, welcherdie Bosheit Ratti-Mentons, seiner Helfershelfer und der Mönche durch-schaut und ihr mit dem Aufgebot seines soldatischen Muthes Wider-stand geleistet hatte. Dafür wurde er auch im Morgen- und Abend-lande von den Gegnern besudelt; sie verschrieen ihn sogar als Juden,um seine Theilnahme für die Juden zu verdächtigen und zu vereiteln.Desto mehr fühlte sich Merlato moralisch verpflichtet, die Unschulds-erklärung der Juden als eine persönliche Angelegenheit zu betreiben.Er gab einen wahrheitsgetreuen und ergreifenden Bericht von derbodenlosen Verlogenheit, welche gegen die Opfer von Damaskus auf-geboten worden war, um sie für schuldig zu erklären. Dieser Bericht,

U ^rebivss Jahrg. 1840, x. 248.