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11 (1900) Geschichte der Juden vom Beginn der Mendelsohn'schen Zeit (1750) bis in die neueste Zeit (1848)
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Geschichte der Juden.

hebräische Dichtkunst, im rauhen Winter Frühlings-Blüthen erzeugthat, versuchten dafür in christlichen Kreisen Verständniß und Liebe zuerwecken. DieGeschichte der jüdischen Poesie vom Abschluß der heiligenSchriften des alten Bundes bis auf die neueste Zeit" Z von FranzDelitzsch und diehebräische Chrestomathie"-) von Adam Martinetsind Huldigungen, christlicherseits dem jüdischen Geiste dargebracht.Die Verfasser bewunderten dessen fortdauernde Schöpferkraft und dieFortbildungsfähigkeit der hebräischen Sprache, obwohl sie nur Bruch-stücke und die neuesten und schönsten Erzeugnisse der neuhebräischenPoesie, Elia Halevys schwungvolles Siegeslied (S. 218) und IsaakErters fein gezeichnete Sittenbilder, gar nicht kannten. Diese eineSeite des jüdischen Geistes zeigte ihnen schlagend genug die Unsterb-lichkeit des Trägers an:Niemand vermag zu leugnen", bemerkteDelitzsch,daß das jüdische Volk das denkwürdigste aller Völker ist,daß seine Geschichte und Litteratur nächst der kirchlichen die erste undvorzüglichste Beachtung verdient. Die Poesie ist ein großer Theildieser kolossalen Litteratur-Massen und das treueste Abbild der Psycho-logischen Geschichte dieses Volkes .. . Die Elegik der Synagoge führtuns die stetige Reihe jener zahllosen Leiden vor die Seele, welcheGott über die Exulanten verhängt hat, und die Eindrücke, welche dieseLeiden im Herzen der Nation zurückgelassen haben . . . Der Orientexilirt mitten im Occident; aus den Thränen seines Heimwehs quilltdie jüdische Poesie" Er verkannte auch nicht ihre schwache Seite:Die hebräische Sprache verleugnet auch sin der neuesten Poesie) nichtihre angeborne Schönheit, aber ihren volkstümlichen Charakter. Inihrem Auge spiegelt sich die enthüllte Herrlichkeit des Himmels, inihrem Herzen trägt sie unaustilgbar das Bild des heiligen Landesnimm ihr Beides, sie hört nicht auf, schön zu sein, aber die heiligeSprache ist sie nicht mehr. Sobald die jüdische Poesie das Centrumdes judenthümlichen Glaubens, das Bewußtsein der nationalen Un-zerstörbarkeit, die Gnadenbevorzugung des Volkes und die Hoffnungder einstigen Glorie verliert verliert sie auch ihre Seele" . . . .Die mittelalterlich jüdische Poesie ist das Document von der Freiheitdes Volkes in der Sklaverei, die moderne von der Sklaverei desVolkes in der Freiheit und die zukünftige möge sein das lebendigeLebensbild von der Freiheit des Volkes in der Freiheit" ^).

Martinet wolltedie Höhe, Tiefe und Breite des Geistes der

st Sie erschien in Leipzig 1838.

") Sie erschien unter dem hebräischen Titel rnns.i in Bamberg 1837.

st Zur Geschichte der jüdischen Poesie rc., Einleitung, S. VII.

st Das. S. 105. 95.