Luzzatto.
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die rechte Weihe dazu mitbrachten. Christliche Bibelerklärer, Eich-horn, de Wette, Gesenius und andere hatten dieses Geschäft derLäuterung mit plumper Hand verrichtet und ans Mangel an Prüfungs-Vermögen echtes Gold als Schlacke ausgeschieden. Luzzatto war einerder Ersten unter den Juden, welcher in der neuen Zeit die biblischeExegese anbaute. Er hatte dafür das sicherste Organ, um den hohenGeist und die schöne Form der biblischen Litteratnr zu erkennen undauf die störenden Elemente, so wie auf Wiederherstellung des Ur-sprünglichen aufmerksam zu machen. Den Ban der hebräischen Sprachebis in ihr feinstes Geäder und grammatische Kleinigkeiten verstandNiemand tiefer als er. An der jungen rabbinischen Hochschule inPadua, dem ooUsZio rudbinioo Z, hatte Luzzatto Gelegenheit, die Bibel-studien eifrig zu Pflegen und den richtigen Sinn des Wortes derPropheten und Gottesmänner zu errathen. Wäre Luzzatto diesenForschungen treu geblieben, so hätte er mit seinem glücklich nach-schaffenden Sprachgefühl und seiner jüdisch-religiösen Innigkeit Treff-liches Hervorbringen und der jüdischen Wissenschaft einen um so wesent-licheren Dienst leisten können, als er viele Nacheiferer uachgezogeuhätte, da seine Rcchtgläubigkeit unangetastet war. Allein Luzzatto be-kam mit einem Male Furcht vor seiner eigenen Kühnheit, oder viel-mehr er fürchtete den Mißbrauch. Wenn erst die masoretischen Mauerneingerissen seien, dachte er, so würde der heilige Text ein Tummel-platz für die Ungeschicklichkeit und bodenlose Willkür werden, welchedarin das Unterste zu oberst kehren würde. Er traute der Kunst derprüfenden Wissenschaft nicht genug zu, daß sie die Wunden, die siegeschlagen hat, wieder heilen könne, oder vielmehr, daß sie ebendurch Beimischung von Gift die Säfte reinigen werde. Luzzatto bliebdaher auf halbem Wege stehen, und befestigte selbst das Pfahlwcrkder Masora, das er früher untergraben hatte.
Durch die geschichtlichen Leistungen Rapoport's angeregt, warf ersich auf dieselben Studien und leistete nach dieser Seite hin Bedeutendes.Durch die Zerstreuung der Inden und ihr tragisches Geschick waren
Z Das Paduaner LollsZ-io rabbinioo wurde im Herbst 1829 eröffnet. Eskam zu Stands durch Kaiser Franz' Edikt fvon 22. Januar 1820j, daß dieRabbiner in den Ocsterreichischen Gemeinden die Philosophie absolvirenmüssen, und durch Reggio's Ausruf, ein solches aus Gemeindemitteln zu gründen.S. -rrr, Jahrg. 1831, S. 5 ff. Luzzatto und Della Torre waren die ersten
Professoren desselben. Nachdem diese rabbinische Hochschule meist mit beschränktenMitteln viele Jünger als Rabbiner für italienische Gemeinden entlassen hatte,ging sie in Folge politischer Veränderungen, durch die Lostrennung der Lombardeivon Oesterreich 1866 ganz ein, und ist bis jetzt, obwohl die Lombardei wiedermit Venedig unter Italien vereinigt ist, noch nicht wieder in Schwung gekommen.